Letztes Update am Fr, 03.08.2018 08:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rad-WM 2018

Nationaltrainer Hartl: „Denifl hat heuer nichts gezeigt“

Für Tirols Rad-Ass Stefan Denifl wird es eng mit einem Ticket für die Heim-WM in Tirol. Die World-Tour-Fahrer haben momentan die Nase vorne.

© APA/EXPA/ JFKNach Rang 29 bei der belgischen Tour de Wallonie kämpft der Stubaier Rad-Profi Stefan Denifl weiter um einen WM-Startplatz.



Von Roman Stelzl

Innsbruck – Klare Worte gab es gestern wenige Wochen vor der Rad-Weltmeisterschaft in Tirol (22. bis 30.9.) von Nationaltrainer Franz Hartl zu einem möglichen WM-Start von Lokalmatador Stefan Denifl. „Er hat heuer noch nichts gezeigt. Und ich kann nicht in der Regionalliga auf die Suche nach Fahrern gehen, wenn wir so viele starke World-Tour-Fahrer haben. Für Stefan wird es schwierig“, erklärte Hartl.

„Regionalliga“ bezieht sich hier auf das Rennprogramm und die Lizenz des irischen Denifl-Rennstalls Aqua Blue Sport (Pro-Continental, zweithöchste Kategorie). Für den Stubaier könnte es somit eng im Kampf um ein Ticket für den WM-Höhepunkt am Schlusstag (Straßenrennen) werden. Hartl macht die Nominierungen, der Verbands-Sportausschuss unter dem Vorsitzenden Christoph Peprnicek muss sie bestätigen.

Sechs Startplätze gibt es – dabei ist das Bora-Quartett Felix Großschartner, Patrick Konrad, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger in der Pole-Position. Der fünfte Platz könnte an Tour-de-France-Teilnehmer Michael Gogl gehen, auch Georg Preidler oder Hermann Pernsteiner kommen in Frage. Nominierungs-Deadline ist am 16. September. Hartl: „Und bis dort werden wir uns Zeit lassen. Es hat jeder noch seine Möglichkeiten, etwas zu zeigen.“

Das gilt auch für Stefan Denifl. Bei der am Mittwoch beendeten fünftägigen Tour de Wallonie schaffte es der Familienvater auf den 29. Rang. „Damit kann ich zufrieden sein – und auf diesem Ergebnis kann ich aufbauen. Es hat sich endlich wieder nach Rennfahren angefühlt“, meinte der 30-jährige Bergspezialist, dem der schwierige WM-Kurs in Tirol mit über 5000 Höhenmetern liegen könnte.

Auch die Materialprobleme hat der Ö-Tour-Sieger von 2017 in den Griff bekommen – nun gilt es, bei der Tour du Limousin (16. bis 19.8.) und der (möglichen) WM-Generalprobe bei der Tour of Britain (2. bis 9.9.) nachzulegen. „Ich gehen schon davon aus, dass ich bei der WM dabei bin. Aber ich muss jetzt noch was zeigen“, gibt sich Denifl kampfeslustig. Doch die Uhr zur WM tickt. Und die interne Konkurrenz schläft nicht.