Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


DTM

In der Grafschaft wird zum Halali geblasen

Am Wochenende endet in Brands Hatch die Sommerpause der DTM: Für Lucas Auer beginnt damit die Zeit der Aufholjagd.

© gepaMit seinem orangen Mercedes will Tirols Lucas Auer nicht nur optisch überzeugen.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Jim Clark, James Hunt oder Ayrton Senna – das sind PS-Legenden, die die Herzen jedes Motorsport-Fans höherschlagen lassen. Und sie alle fallen im Zusammenhang mit Brands Hatch, der britischen Rennstrecke in der Grafschaft Kent. Denn jeder der Formel-1-Weltmeister konnte dort schon den Sieges­pokal in die Höhe stemmen. Und genau dort endet am kommenden Wochenende die Sommerpause des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM).

Sommer, Sonne, Strand und Meer? Nicht bei Lucas Auer. Tirols Vorzeige-Pilot nützte die freie Zeit in der Heimat: „Ich war daheim, viel auf den Bergen unterwegs und habe viel Sport gemacht.“

Lucas Auer.
- gepa

Dass in der ersten Saisonhälfte die Geschwindigkeit – Auer zählte immer zu den schnellsten Fahrern im Feld – gepasst hat, aber dafür die Ergebnisse nicht immer, hat dem 23-Jährigen nicht aufs Gemüt gedrückt. Das Wissen um die eigenen Möglichkeiten auf einen Sieg überwiegt viel mehr als das Jammern über die verpassten Erfolge.

30 Kilometer südlich von London soll es am Wochenende wieder in die Erfolgsspur gehen. Auer: „Ich bin gut vorbereitet und freue mich schon auf die Strecke. Wobei ich nur die kürzere Version aus der Formel 3 kenne. Auf den anspruchsvolleren Teil, den wir nun fahren, freue ich mich besonders. Der ist brutal fordernd.“

Der knapp vier Kilometer lange Kurs ist eine Berg- und Talbahn quer durch eine Waldlandschaft und gilt als besonders schwierig für die DTM-Stars Auer und Co. Schon 1926 fanden in Brands Hatch auf einem Graskurs Motorradrennen statt. Zwischen 1964 und 1986 wurden dort insgesamt 14 Formel-1-Grands-Prix abgehalten. Die DTM gastierte bereits zwischen 2006 und 2013 dort.

Eine Änderung gibt es auf der britischen Insel: Am Freitag, wie normalerweise üblich, wird es keine Ausfahrt geben. Für Audi, BMW und Mercedes geht es erst am Samstag zur Sache: „Das ist natürlich ein großer Unterschied. Normalerweise kannst du dich am Freitag im Training herantasten. Diesmal ist alles an einem Tag. Du schießt also von 0 auf 100 durch“, sagte der Kufsteiner.

Was seine Zukunft betrifft, gibt es augenblicklich noch nichts zu vermelden. Der Mercedes-Pilot verfolgt, wie alle anderen DTM-Piloten, die Entwicklung rund um eine der besten Rennserien der Welt. Da kämpft Auers Onkel, Gerhard Berger, um die Zukunft der PS-Klasse. Die Gespräche mit „einigen Interessenten werden geführt, aber es ist nichts so konkret, dass es was zu vermelden gibt. Es zeichnet sich tatsächlich ein erheblicher Zuwachs an Herstellern für die Saison 2020 ab“. Was das Jahr 2019 betrifft, werde es laut Berger eine Überbrückungssaison geben, wobei man dabei „etwas Ordentliches auf die Beine stellen möchte“. Mercedes wird bekannterweise aussteigen – Audi und BMW bleiben der DTM treu und ab 2020 sind mit Aston Martin, Lexus und Maserati einige Marken im Gespräch.

Zukunftsmusik, die den zweiten rotweißroten Fahrer im Feld noch nicht tangiert: Der Salzburger Philipp Eng kommt mit breiter Brust nach England. Der BMW-Fahrer gewann die 24 Stunden von Spa.

Eine Neuigkeit gab es gestern auch noch zu vermelden: Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier wird beim Spielberg-Gastspiel (21.–23. September) einen Kurzauftritt im Mercedes absolvieren. Ogier: „Das wird aufregend.“




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