Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 02.12.2018


Motorsport

Für den Tiroler Lucas Auer lebt der Formel-1-Traum

Die Anzeichen verdichten sich, dass Tirols PS-Aushängeschild Lucas Auer in der japanischen Super Formula landen könnte.

© imago/EibnerAm Hungaroring durfte Lucas Auer vor eineinhalb Jahren im Formel-1-­Boliden von Force India Platz nehmen.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Verdächtig ruhig ist es seit Wochen im Lager des Tirolers Luca­s Auer. Für Auskünfte ist derzeit niemand erreichbar. Die Gerüchteküche brodelt trotzdem. Und geht es nach dieser, dürfte es nicht mehr lange dauer­n, bis es Neuigkeiten rund um Österreichs aktuell erfolgreichsten Motorsportler zu verkünden gibt. Der 24-Jährige soll in der japanischen Super Formula landen und so noch einmal alles versuchen, um den Sprung in die Formel 1 zu schaffen.

Kurz vor dem DTM-Gastspiel in Spielberg (September) ließ sein Onkel Gerhard Berger („Luca­s grübelt gerade, ob er noch einmal alles auf die Karte Formel 1 setzen soll“) mit der Aussage aufhorchen. Deutsche Medien sahen den heut­e 24-Jährigen nach dem DTM-Einstieg von Asto­n Martin schon bei den Briten – die TT berichtete von einem möglichen Engagement Auers in der Formel 2 oder der Super Formula.

Genau das soll nun passieren: Laut motorsport.com wird der ehemalige Mercedes-Schützling in der kommenden Woche zwei Testtage in Suzuka absolvieren. Zusammen mit dem britischen Talent Dan Ticktum soll der „Luggi“ in weiterer Folge in der kommenden Saison in der Super Formula für Red Bull an den Start gehen.

Die japanische Formel-Serie war schon für Pierre Gasly ein Sprungbrett in die Königsklasse auf vier Rädern. Der 22-Jährige, der zuletzt beim Team des Tiroler Teamchefs Franz Tost (Toro Rosso) unter Vertrag stand, schaffte heuer den Aufstieg zu Red Bull.

Ein mögliches Auer-­Engagement in Japan wär­e also ein Sprungbrett für die Erfüllung des Kindheitstraums Formel 1. Für die nötigen Superlizenz-Punkte, um den Aufstieg in die Königsklasse auch zu schaffen, muss das heimische Nachwuchstalent um den Titel mitfahren. Gelingt das, stehen ihm ab 2020 alle Motorsport-Türen offen.

Im Sommer 2017 durfte der vierfache DTM-Sieger schon einmal Formel-1-Luft schnappen: Bei Force India drehte der Unterländer am Hungaro-Ring (2017) zwei Tage lang seine Runden. Der britische Rennstall zeigte sich durchaus angetan. Zwischen 2011 und 2014 fuhr er in verschiedenen Formel-Rennserien, darunter die Formel-3-Europameistermeisterschaft mit Mücke Motorsport.

Schon beim DTM-Finale in Hockenheim hatt­e Auer von interessanten Optionen für 2019 gesprochen, konkretisieren wollte er das (noch) nicht.