Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Tennis

Großer Ärger bei Bresnik über „Putsch“ im ÖTV

Günter Bresnik reagiert wie gewohnt mit scharfer Kritik auf die jüngsten Ereignisse rund um den Rücktritt von ÖTV-Präsident Werner Klausner.

Thiem-Coach Günter Bresnik.

© gepaThiem-Coach Günter Bresnik.



Von Roman Stelzl

Wien – Günter Bresnik, Trainer von Tennis-Star Dominic Thiem, steht als Leiter seines Leistungszentrums in der Südstadt im Zentrum der aktuellen Streitigkeiten im Österreichischen Tennisverband (ÖTV) – und der Wiener reagiert wie gewohnt mit scharfer Kritik auf die jüngsten Ereignisse rund um den Rücktritt von ÖTV-Präsident Werner Klausner.

„Für einen Verband ist so ein Putsch komplett unwürdig. Wenn dir deine eigenen Freunde in den Rücken fallen, ist das schlimm. Mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben. Wer mit mafiösen Methoden arbeitet, gehört des Amtes enthoben. Und Klausner ist ja einer der nettesten Menschen, die ich kenne“, reagierte Bresnik verärgert.

Stein des Anstoßes war der offenbar durch Intrigen motivierte Abschied Klausners. Laut dem 52-jährigen Salzburger arbeiten die Bundesländer-Präsidenten im Hintergrund an neuen Strukturen mit mehr Macht und individueller Förderung. Tirols Landespräsident und ÖTV-Vizepräsident Walter Seidenbusch versteht indes den Ärger Klausners („Das ist absolut gerechtfertigt“). Bei der Generalversammlung (24. März) stünde er nicht zur Präsidentenwahl zur Verfügung.

Bresniks Zentrum in der Südstadt, in dem viele ÖTV-Talente trainieren, würde „zerschlagen“ werden, wie der scheidende ÖTV-Präsident Klausner anmerkt: „In den letzten Wochen sind Dinge passiert, die schwer zu reparieren sind. Diesen Weg werde ich nicht mitgehen.“ Bresnik selbst lässt ein möglicher Bruch der langjährigen Zusammenarbeit mit dem ÖTV kalt. Vor allem, weil das Trainieren der Talente ein Minusgeschäft sei: „Für mich ist das, was ich am Verband verdiene, gar nichts. Ich kriege in der Südstadt für die Spieler eine monatliche Gage, die den Verband weitaus billiger kommt, als wenn sie dort eigene Trainer anstellen müssten.“

Sein Team rund um Wolfgang Thiem und Andreas Fasching arbeite auf selbstständiger Basis. „Private“ Personen zu trainieren, wäre weitaus lukrativer. Das sei eine recht einfache Rechnung. „Einen Trainer anstellen kostet den Verband gut 80.000 Euro im Jahr. Die sechs Spieler, die bei uns trainieren, sind so günstiger“, sagte Bresnik, der seine Arbeit bestätigt sieht: „Unsere Spieler gewinnen, die anderen nicht. Ich mache das jetzt seit 30 Jahren – und ich weiß, was ich tue.“