Letztes Update am Mo, 18.03.2019 08:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Triumph gegen Federer: Thiem gewann ersten Masters-1000-Titel

In einem hochklassigen Endspiel in Indian Wells besiegte Dominic Thiem den Schweizer Roger Federer nach zwei Stunden mit 3:6,6:3,7:5.

Dominic Thiem.

© gepaDominic Thiem.



Indian Wells – Im dritten Anlauf in einem Masters-1000-Turnier hat es am Sonntag für den 25-jährigen Niederösterreicher nach einer famosen Leistung gegen Superstar Roger Federer endlich geklappt. Im hochklassigen Endspiel des mit 8,359 Mio. Dollar dotierten Events in Indian Wells besiegte er den Schweizer nach 2:02 Stunden mit 3:6,6:3,7:5.

Platz vier in der Weltrangliste

Sein insgesamt zwölfter ATP-Titel ist mit Abstand der bisher wertvollste, sowohl vom Preisgeld, als auch von den 1000 Punkten her. Nur bei den French Open 2018 hat Thiem mit dem Einzug ins Endspiel mit 1.200 Zählern mehr Punkte für das Ranking gemacht. Der Lohn dafür ist Rang vier und damit die Egalisierung seiner bisher besten Platzierung im ATP-Ranking und schon wieder Platz fünf im ATP-Race to London.

Ich habe meine ersten beiden 1000er-Finali verloren und hier habe ich gewonnen. Es ist fast so wertvoll wie ein Grand-Slam-Titel.
Dominic Thiem, ÖTV-Nummer-eins

„Es ist unwirklich. Ich war das ganze Match wie in Trance. Ich habe jede Sekunde genossen“, freute sich Thiem in einer ersten Reaktion auf dem Court. Nach dem Triumph hatte er sich vor den Augen seiner Mutter Karin vor Freude auf den Rücken fallen lassen. „Ich musste mich erst an Rogers Spiel gewöhnen, weil er im ersten Satz unglaublich gespielt hat und ganz anders als meine Gegner zuvor in diesem Turnier.“ Danach habe er sich ins Match gekämpft. „Ich hatte ein bisschen Glück, als ich die Breakbälle früh im zweiten Satz abgewehrt habe und es war ein Kampf bis zum Schluss. Ich war nervös, als ich es ausservieren musste.“ Der Sieg bedeutet Thiem, der in Indian Wells u.a. von Neo-Touring-Coach Nicolas Massu betreut wurde, sehr viel. „Ich habe meine ersten beiden 1000er-Finali verloren und hier habe ich gewonnen. Es ist fast so wertvoll wie ein Grand-Slam-Titel.“

Federer, der erst vor kurzem seinen 100. ATP-Titel gewonnen hat und nun im Head-to-Head mit Thiem 2:3 zurückliegt, zeigte sich wie immer als fairer Verlierer und schien sich ehrlich mit dem Österreicher mitzufreuen. „Gratuliere, du hast es dir wirklich verdient nach dieser tollen Woche“, sagte die lebende Tennis-Legende. Federer deutete auch an, dass er hofft, auch 2020 an diesen bei den Spielern sehr beliebten Schauplatz zurückzukommen.

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Roger Federer musste Dominic Thiem in Indian Wells den Vortritt lassen.
Roger Federer musste Dominic Thiem in Indian Wells den Vortritt lassen.
- gepa

Thiem bedankte sich bei Federer bescheiden und ebenso freundlich. „Roger, was für eine Freude, immer noch gegen dich zu spielen und so viel von dir zu lernen. Mit einer der größten Legenden aller Zeiten zu spielen, in so einem großen Finale, es ist ein bisschen unwirklich für mich“, erklärte der Lichtenwörther. „Es ist nicht mein Recht, dir zu gratulieren, du hast 88 mehr Titel als ich, also hoffe ich nur, dass du noch viel länger spielst und wir hoffentlich noch ein paar weitere große Finali haben. Danke für alles.“

1,2 Millionen Euro Preisgeld für Thiem

Für den Titel kassiert Thiem 1,354 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) und überschritt nun beim Karriere-Preisgeld die 15 Millionen-US-Dollar-Grenze. Er hält bei 15.626.550 US-Dollar brutto. Thiem ist erst der zweite Österreicher nach Thomas Muster, der in dieser Kategorie ein Turnier gewonnen hat. (APA)

Die Turniersiege von Dominic Thiem auf der ATP-Tour

2015 (3)

Nizza (439.405 Euro): Leonard Mayer (ARG) 6:7(8),7:5,7:6(2)

Umag (494.310 Euro): Joao Sousa (POR) 6:4,6:1

Gstaad (494.310 Euro): David Goffin (BEL) 7:5,6:2

2016 (4)

Buenos Aires (598.865 Dollar): Nicolas Almagro (ESP) 7:6(2),3:6,7:6(4)

Acapulco (1,551 Mio. Dollar/Hartplatz): Bernard Tomic (AUS) 7:6(6),4:6,6:3

Nizza (520.070 Euro): Alexander Zverev (GER) 6:4,3:6,6:0

Stuttgart (675.645 Euro/Rasen): Philipp Kohlschreiber (GER) 6:7(2),6:4,6:4

2017 (1)

Rio de Janeiro (2.858.530 Dollar): Pablo Carreno Busta (ESP) 7:5,6:4

2018 (3)

Buenos Aires (568.190 Dollar): Aljaz Bedene (SLO) 6:2,6:4

Lyon (561.345 Euro): Gilles Simon (FRA) 3:6,7:6(2),6:1

St. Petersburg (1,241.850 Dollar/Hartplatz): Martin Klizan (SVK) 6:3,6:1

2019 (1)

Indian Wells (8,359 Mio. Dollar/Hartplatz/Masters-1000): Roger Federer (SUI) 3:6,6:3,7:5