Letztes Update am Fr, 12.04.2019 12:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Mercedes-Pilot Bottas schnellster Mann am ersten Tag in Shanghai

Für Ferrari verlief Trainingsstart für 1000. Grand Prix nicht nach Maß, Charles Leclerc hatte wieder Technik-Sorgen, aber auch Lewis Hamilton mühte sich.

Valtteri Bottas drehte die schnellste Runde am Freitag.

© AFPValtteri Bottas drehte die schnellste Runde am Freitag.



Shanghai - Mercedes hat sich durch Valtteri Bottas die Tagesbestzeit in den ersten Trainings für den 1000. Formel-1-Grand Prix von China in Shanghai geholt. Der Finne war am Freitag in der zweiten Session allerdings nur 27 Tausendstel schneller als Sebastian Vettel, der am Vormittag die Nummer eins gewesen war. Mucken machte erneut der Ferrari seines Teamkollegen Charles Leclerc.

Mit Problemen hatten aber auch andere am Freitag auf dem Shanghai International Circuit zu kämpfen: Titelverteidiger und China-Siegexperte Lewis Hamilton kam im zweiten Mercedes an die Bestzeit nicht heran, der WM-Dritte Max Verstappen klagte am Ende über Probleme an seinem Red Bull. Das große Jubiläumsrennen könnte am Sonntag (Start 8.10 Uhr/MESZ ORF eins, RTL und Sky) zu einer spannenden Angelegenheit werden.

Leclerc mit Problemen am Kühlsystem

Wenig spektakulär verliefen hingegen die beiden ersten Übungseinheiten vor spärlich besetzten Tribünen. Zunächst fuhr Vettel auf den eigentlich langsameren, weil etwas härteren Reifen am Vormittag die Bestzeit. Dahinter landete Hamilton mit über zwei Zehntelsekunden mehr - auf den schnelleren, weil weicheren Reifen. Dritter wurde Leclerc vor Verstappen und Bottas.

Am Nachmittag schob sich WM-Leader Bottas an die Spitze vor Vettel, Verstappen und Hamilton. Leclerc wurde lediglich Siebenter. Als seine Rivalen noch fleißig Kilometer machten, stand er in der Box und sprach intensiv mit seinen Ferrari-Ingenieuren. Aus Angst vor einem Schaden war er in die Box gerufen worden, um das Kühlsystem zu prüfen. Ausgerechnet bei Leclerc, den zuletzt im Rennen in Bahrain technische Probleme den Sieg gekostet hatten.

Die Niederlage sei hart und noch frustrierender gewesen, habe dem Team aber auch für China einen weiteren Schub gegeben, versicherte Teamchef Mattia Binotto. Nicht viel später traten die Probleme beim Wagen von Leclerc auf. Zur Sicherheit waren in beiden Ferraris für den Großen Preis von China die Motor-Steuergeräte ausgetauscht worden.

Mercedes-Duo mit Drehern

Fern von fehlerfrei verlief das Training allerdings auch für das Mercedes-Duo. Bottas und Hamilton leisteten sich auf frischen und noch kalten Reifen jeweils einen Dreher. Gravierende Folgen hatten die Patzer zumindest nicht. "Ich hatte mit dem Auto zu kämpfen. Der Wagen hat den Speed für die erste Reihe, wir müssen aber noch das richtige Setup finden", sagte Hamilton.

Inwiefern Mercedes gegen Ferrari auf der Strecke mit zwei langen Geraden mithalten kann oder die Scuderia ihren Power-Vorteil von Bahrain womöglich eingebüßt hat, wird sich zeigen. Ebenso, ob Vettel mit seiner Prognose richtig liegt, dass Red Bull in China stark sein wird. "Irgendetwas stimmt nicht", klagte Verstappen, während nach Trainingsende sein RB15 in die Box geschoben wurde. Verstappen vermutete ein Problem mit der Kupplung.

In der WM führt Bottas vor dem dritten WM-Saisonlauf mit 44 Punkten und einem Zähler Vorsprung auf seinen Teamkollegen Hamilton (43). Verstappen ist Dritter (27) vor Leclerc (26). (APA/dpa/Reuters)