Letztes Update am Do, 09.05.2019 18:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Thiem steht bei Masters in Madrid im Viertelfinale, jetzt wartet Roger Federer

Der als Nummer 5 gesetzte Niederösterreicher rang Fabio Fognini beim Masters-1000-Turnier in Madrid mit 6:4, 7:5 nieder. Am Freitag folgt der große Schlager gegen Roger Federer.

Dominic Thiem kämpfte in einem hochklassigen Spiel Fabio Fognini nieder.

© www.imago-images.deDominic Thiem kämpfte in einem hochklassigen Spiel Fabio Fognini nieder.



Madrid – Die French-Open-Vorbereitung läuft für Mitfavorit Dominic Thiem weiter ausgezeichnet: Der 25-jährige Niederösterreicher überwand am Donnerstag beim Masters-1000-Turnier in Madrid die erste richtig schwere Hürde nach starker Leistung und steht im Viertelfinale. Nach 89 Minuten besiegte er Monte-Carlo-Gewinner Fabio Fognini (ITA-10) 6:4,7:5. Nun kommt es am Freitag im Viertelfinale (nicht vor 17 Uhr/live auf Sky und ServusTV) zum großen Schlager gegen Roger Federer. Zum insgesamt sechsten Mal trifft Dominic Thiem auf den Superstar, er hat eine 3:2-Siegesbilanz gegen den Eidgenossen.

„Aktuell besten Sandplatzspieler geschlagen“

„Ich glaube, ich habe einen der zur Zeit besten Sandplatz-Spieler geschlagen, also ich bin überglücklich“, meinte Thiem im Interview auf „Sky“. Der für seine mitunter sehr lebhafte Art auf dem Court bekannte Italiener ließ auch am Donnerstag einiges Feuer auf dem Platz. „Er ist ein super Kerl. Wir verstehen uns extrem gut abseits vom Platz und auf dem Platz ist es zu erwarten. Er hat immer wieder seine kleinen Mätzchen, aber die hat er fast bei jedem Match und die habe ich erwartet“, so Thiem. „Ich habe versucht, dass ich ruhig bleibe. Einmal war es schwierig, wie er den Fußfehler bekommen hat, da war es wirklich laut. Aber generell habe ich das gut gemeistert und eine sehr schwierige Hürde genommen“, freute sich der Weltranglisten-Fünfte.

Jedenfalls ist Thiem in ausgezeichneter Form und sein erster 1000er-Titel auch auf Sand nach jenem auf Hardcourt in Indian Wells scheint nur noch eine Frage der Zeit. Nach zuletzt zwei Final-Niederlagen gegen Rafael Nadal (2017) und Alexander Zverev (2018) könnte er in der spanischen Hauptstadt im dritten Anlauf zuschlagen, doch davor erwartet den Schützling von Nicolas Massu zunächst ein schweres Viertelfinale. „Das ist sehr schwer“, meinte Thiem auf den möglichen Coup angesprochen. „Morgen erwartet mich eine richtig schwere Partie. Entweder Federer, der schon wieder top in Form ist auch auf Sand, oder Monfils, der ein sehr gutes Jahr spielt. Das Turnier ist unglaublich besetzt, ab heute gibt es nur noch absolute Kracherpartien. Ich freue mich, dass ich im Viertelfinale stehe.“

Ziel: Level halten

Inwiefern er sich noch steigern wird müssen? „Heute war eine sehr gute Partie, wenn ich das Level halten kann, dann wäre ich glücklich und das werde ich versuchen.“ Im vierten Duell mit Fognini feierte Thiem also seinen dritten Sieg und musste danach gleich noch einmal auf den Platz, denn im Doppel-Viertelfinale stand das Österreicher-Duell mit Oliver Marach (mit Mate Pavic/CRO) auf dem Programm. Doppelpartner und Freund Diego Schwartzman hatte das Einzel Thiems zuvor einige Zeit in der Spielerbox beobachtet.

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Thiem machte von Beginn weg einen sehr soliden Eindruck, lediglich beim ersten Aufschlag steigerte er sich erst im Verlauf des Auftaktsatzes. Dem Lichtenwörther gelang bereits im dritten Game das erste Break des Spiels zum 2:1, Fognini hatte dann eine gute Chance zum Rebreak, als er bei 0:30 einen Rückhand longline nur knapp ins Aus setzte. Thiem bestätigte das Break dann zum 3:1 und war in der Folge beim Service ungefährdet. Bei 5:4, Aufschlag Fognini, vergab der French-Open-Finalist 2018 zunächst noch den ersten Satzball, doch sechs Minuten später servierte Thiem nach 38 Minuten zum 6:4 aus.

Im zweiten Durchgang verlief die Partie offener und erreichte jenes Niveau, das man sich zuvor von ihr versprochen hatte. Beim Stand von 4:3 fand Fognini seinen ersten und auch einzigen Breakball gegen Thiem vor, den der Österreicher aber abwehren konnte. Bei 4:4 vergab Thiem seinerseits die Chance zum vorentscheidenden Break, das Match ging schon in Richtung Tiebreak. Doch dann gelang es Thiem nach einem perfekten Aufschlag-Game zum 5:5 doch noch, Fognini zum zweiten Mal den Aufschlag, diesmal zum 6:5, abzunehmen. Thiem servierte danach sicher aus.

Feder musste hart kämpfen

Der als Nummer vier gesetzte Federer musste im Achtelfinale gegen den Franzosen Gael Monfils hart kämpfen und zwei Matchbälle abwehren, ehe er sich nach zwei Stunden mit 6:0,4:6,7:6(3) durchsetzte. Der Wahl-Schweizer Monfils hatte ein rascheres Ende verhindert, indem er im zweiten Satz bei 4:4 und im dritten bei 5:5 Breakbälle Federers abwehrte. Im Entscheidungssatz führt Monfils schon 4:1 - Federer hatte eine Verwarnung kassiert, als er nach dem Break zum 0:2 einen Ball auf die Tribüne schlug - doch der 37-jährige Basler kämpfte sich zurück und verwertete im Tiebreak seinen dritten Matchball.

„Es hat eine Zeitlang nicht gut ausgeschaut, aber ich habe ein großartiges Tiebreak gespielt. Ich habe versucht, aggressiv zu bleiben, das hat sich ausgezahlt“, erklärte Federer. Thiem freute sich auf das Duell, das erste mit Federer auf Sand, seit er ihn vor drei Jahren in Rom besiegt hatte. Federer hatte seither nicht mehr auf diesem Belag gespielt. „Es ist immer sehr schön und eine Ehre gegen ihn zu spielen. Es ist immer auch eine Möglichkeit, viel zu lernen, aber trotzdem, ich möchte natürlich gewinnen. Da ist auch der Belag egal, viele Leute unterschätzen ihn auf Sand“, sagte der ÖTV-Daviscupper. (APA)