Letztes Update am Di, 11.06.2019 13:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltmeisterschaft

Unterwasser-Rugby: WM der Frauen und Männer in Graz mit 31 Teams

Vom 27. Juli bis 3. August finden die WM im Unterwasser-Rugby in Auster in Eggenberg statt. Die Damen wurden in eine Gruppe mit Kolumbien und Dänemark gelost, die Herren spielen gegen Schweden, USA, Ungarn und Luxemburg.

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Graz — Die 11. Weltmeisterschaft im Unterwasser-Rugby wird von 27. Juli bis 3. August in der Grazer Auster ausgetragen. Österreichs Damen wurden am Dienstag in eine Gruppe mit Kolumbien und Dänemark gelost, die Herren müssen in der Gruppe A gegen Schweden, die USA, Ungarn und Luxemburg um den Aufstieg antreten. Der Tauchsportverband Österreich (TSVÖ) zeigte sich nach der Auslosung zuversichtlich.

475 Wassersportler von 31 Mannschaften aus 18 Nationen werden Ende Juli in Graz erwartet. Der TSVÖ und die Auster, eines der wenigen Bäder in Österreich, in dem solche Bewerbe stattfinden können, hatten sich bei der Standort-Entscheidung gegen Australien und Kanada durchgesetzt. Verbandspräsident Peter Bartl gestand bei der Pressekonferenz am Dienstag: „Ich hatte vor der Bewerbung etwas Bauchweh", denn für einen kleinen Verband wie den TSVÖ sei eine WM eine „Riesenherausforderung". Zimmer, Verpflegung und Bustransfers wurden organisiert.

„Nicht so prestigeträchtige Sportart"

Bartl dankte vor allem den Sponsoren wie der Energie Steiermark, die mit ihren Geldern auch solche „nicht so prestigeträchtige Sportarten" wie Unterwasser-Rugby unterstützen würden. Vorstand Christian Purrer meinte, dass er nicht schwer zu überzeugen war, denn in seiner Familie sei diese Sportart schon seit Jahrzehnten ein Thema. Nach der Pressekonferenz wurden die Gruppen ausgelost: Die tschechischen Herren sind den Österreichern erspart geblieben, was für Durchatmen sorgte, denn die Nachbarn seien eine „harte Nuss". Gegen Rekordweltmeister Schweden müssen Österreichs Herren aber ran.

Für Österreichs Damen-Unterwasser-Rugby-Team ist es erst der zweite große Bewerb. Auch sie haben große Erwartungen an die WM. Bei den Damen sind die Deutschen Weltmeister, bei den Herren Norwegen. Österreichs Herren rangieren derzeit auf Platz sieben der Weltrangliste. An der Weltspitze sind Deutschland, die skandinavischen Länder und Kolumbien zu finden.

Körbe am Boden befestigt

Unterwasser-Rugby ist ein Tauchsport, der in Schwimm- und Freibädern in einer Tiefe von drei bis fünf Metern gespielt wird. Am Boden der Schwimmbecken sind Körbe befestigt, in die ein mit Salzwasserlösung gefüllter Spielball mit etwa drei Kilogramm Gewicht getragen wird. Da Salzwasser eine höhere Dichte als Süßwasser hat und daher schwerer ist, sinkt er im Süßwasser zu Boden und kann auch unter Wasser zugespielt werden.

Eine Mannschaft im Unterwasser-Rugby besteht aus zwölf Spielern, wobei immer nur sechs im Wasser sind: Zwei Stürmer, zwei Verteidiger und zwei Torleute. Sie wechseln sich unter und über Wasser ab, denn gespielt wird nur mit Atemluft, Badekleidung, Flossen, Maske, Schnorchel sowie einer Kappe. Die Wechselbank ist am Beckenrand. Alle paar Minuten werden Spieler getauscht.

10 bis 30 Sekunden im Wasser

Drei Schiedsrichter — zwei mit Sauerstoffflasche im Wasser, einer am Beckenrand — sorgen für Fairness. Fouls werden geahndet: Verboten sind Attacken auf die Ausrüstung des Gegners sowie auch grobe Tritte und Schläge. Am Korb darf sich niemand festhalten und Pässe dürfen nur unter Wasser erfolgen. Sonst ist praktisch alles erlaubt.

Meist sind die Spieler zehn bis dreißig Sekunden unter Wasser und führen Spielzüge Richtung gegnerischen Korb durch. Danach müssen sie zum Atmen wieder an die Wasseroberfläche. Damit Zuschauer mehr sehen, werden bei der WM mehrere Kameras im Wasser installiert, die das Geschehen übertragen.

In Österreich gibt es drei Vereine, die Unterwasser-Rugby spielen - je einen in Wien, Graz und Klagenfurt. (APA)