Letztes Update am Mi, 12.06.2019 14:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1

Sportkommissar stellt klar: Vettel erhielt die „geringste Strafe“

Von einer weiteren Strafe für das Vertauschen der Nummerntafeln im Ziel sah die FIA aufgrund der hohen Emotionen und dem großen Druck, unter dem Vettel stand, ab.

Nicht nur Sebastian Vettel sah sich in Kanada um den Sieg betrogen.

© gepaNicht nur Sebastian Vettel sah sich in Kanada um den Sieg betrogen.



Montreal – Sebastian Vettel ist mit seiner umstrittenen Fünf-Sekunden-Strafe beim Formel-1-Rennen von Kanada einer schärferen Sanktionierung sogar noch entgangen. „Der Fünf-Sekunden-Zeitzuschlag für Vettel ist die geringste Strafe, die für solch ein Vergehen ausgesprochen werden kann“, sagte der in Montreal zuständige Sportkommissar des Weltverbands FIA, Hans-Gerd Ennser. „Möglich wären auch noch härtere Sanktionen wie 10 beziehungsweise 20 Sekunden oder eine Stop-and-Go-Strafe gewesen“, erklärte Ennser.

Der beim siebenten Saisonrennen lange in Führung liegende Vettel war in der 48. Runde mit seinem Ferrari vom Asphalt abgekommen und übers Gras gefahren. Als er wieder zurück auf die Strecke kam, drängte er Verfolger Lewis Hamilton im Mercedes nahe an eine Mauer. Vettels Manöver wurde von den Rennkommissaren als „gefährliche Rückkehr auf die Strecke“ gewertet und bestraft. Hamilton siegte dadurch vor Vettel, obwohl dieser als Erster die Ziellinie überfahren hatte.

Der Deutsche leistete sich am Sonntag weitere Verfehlungen, unter anderem vertauschte er im Parc Ferme die Nummerntafel vor dem Siegerauto. „Uns wurden diese Vorfälle mitgeteilt. Wir waren der Meinung, wegen der hohen Emotionen und dem großen Druck, unter dem Vettel stand, keine weiteren Strafen zu verhängen“, erläuterte Ennser. (APA)