Letztes Update am Do, 11.07.2019 17:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wimbledon

Williams spielt um Allzeit-Rekord: Wimbledon-Finale gegen Halep

Vor 17 Jahren gewann Serena Williams zum ersten Mal den Wimbledon-Titel. Nun steht die US-Amerikanerin wieder im Endspiel und strebt nach einer weiteren Bestmarke.

Serena Williams steht wieder im Wimbledon-Finale.

© AFPSerena Williams steht wieder im Wimbledon-Finale.



London – Serena Williams spielt ein Jahr nach der Final-Niederlage gegen Angelique Kerber in Wimbledon erneut um den Titel. Die 37-jährige US-Amerikanerin ließ sich bei ihrem Streben nach dem Grand-Slam-Rekord am Donnerstag auch von der tschechischen Halbfinal-Debütantin Barbora Strycova nicht aufhalten. Mit einem deklassierenden 6:1, 6:2 zog Williams zum elften Mal ins Endspiel des bedeutsamen Rasenturniers im Südwesten Londons ein.

Dort trifft die Weltranglisten-Zehnte am Samstag auf die rumänische Spitzenspielerin Simona Halep. Die 27-Jährige besiegte in der Vorschlussrunde die Ukrainerin Jelina Switolina ebenfalls deutlich und verdient mit 6:1, 6:3.

Insbesondere nach diesem Jahr fühlt es sich gut an, wieder im Finale zu sein. Jedes Match kann ich mich steigern“, sagte Williams. „Ich liebe, was ich tue.“

Nach Monaten mit Blessuren kann die jüngere Williams-Schwester sich jetzt mit einem weiteren Erfolg zum achten Mal in die Siegerliste in Wimbledon eintragen. Ihre einzigartige Karriere würde sie dann mit dem 24. Grand-Slam-Titel anreichern. Bisher hält die Australierin Margaret Court diesen alleinigen Rekord. Als älteste Grand-Slam-Finalistin der Geschichte des Profitennis seit 1968 wird Williams jetzt bereits geführt. Am 26. September feiert die junge Mutter ihren 38. Geburtstag.

Für Williams ist es das erste Grand-Slam-Endspiel nach der unrühmlichen Niederlage bei den US Open gegen die Japanerin Naomi Osaka. Nach dem skandalträchtigen Auftritt mit Ausrastern, Beleidigungen gegen den Schiedsrichter und einem Spielabzug hatte sie sich in therapeutische Behandlung begeben, wie sie erklärte.

Die 33-jährige Strycova ist eine Doppelspezialistin mit Weltklasse-Format. Im Einzel war die 1,64 Meter große Rechtshänderin noch nie so aufgefallen wie bei dieser Auflage des dritten Grand-Slam-Turniers der Saison. Erstmals hatte es die Weltranglisten-54. unter die Top Vier eines Grand Slams geschafft – musste die klare Überlegenheit ihrer Gegnerin dann aber anerkennen. Williams spielte von Anfang an ihre Favoritenrolle aus. Das Spiel zum Satzgewinn ließ sie sich auch trotz eines 0:40-Rückstands nicht mehr nehmen. Auch im zweiten Durchgang marschierte die frühere langjährige Nummer eins mit ihrer Wucht problemlos durch.

Halep zum ersten Mal im Wimbledon-Finale

Souverän im Endspiel: Simona Halep hat die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel.
Souverän im Endspiel: Simona Halep hat die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel.
- AFP

Die direkte Bilanz gegen Halep spricht mit 9:1-Siegen eindeutig für Williams. Doch der French-Open-Siegerin von 2018 ist nach dem starken Auftritt im Halbfinale gegen die Weltranglisten-Achte Switolina auch gegen die langjährige Dominatorin des Damen-Tennis alles zuzutrauen. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Das ist einer der besten Momente in meinem Leben“, sagte Halep nach ihrem klaren Erfolg. „Ich denke, es war eines meiner besten Matches auf Gras.“ Ihre Premiere im Wimbledon-Finale sei eine „große Herausforderung“.

Vor rund 15.000 Zuschauern entwickelte sich auf dem Centre Court auf der altehrwürdigen Tennis-Anlage im Südwesten Londons zunächst eine Partie mit langen Grundlinien-Duellen. Die ersten beiden Spiele dauerten allein 20 Minuten, dann zog die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt davon.

In dem 72 Minuten dauernden Duell konnte die Weltranglisten-Achte Switolina in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale der Rumänin nicht genügend entgegensetzen. Nach einem ausgeglichenen Auftakt in den zweiten Satz holte sich Halep das Break zum 4:3 und sicherte sich die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel. In einem Grand-Slam-Finale steht sie zum schon fünften Mal. (dpa, APA)