Letztes Update am Do, 01.08.2019 13:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Judo

Judo-Verband setzte Damen-Trainer Spittka vor die Tür

Rund vier Wochen vor der WM stehen Österreichs Judo-Damen ohne Cheftrainer da. Als Grund für die Trennung von Marko Spittka wurden „Unstimmigkeiten“ in der Betreuung des Teams angegeben.

Marko Spittka steht künftig nicht mehr bei Österreichs Judo-Damen an der Matte.

© gepaMarko Spittka steht künftig nicht mehr bei Österreichs Judo-Damen an der Matte.



Wien – Marko Spittka ist nach einer Entscheidung des Vorstands des Österreichischen Judoverbandes (ÖJV) seit Donnerstag nicht mehr Damen-Bundestrainer. Der ÖJV teilte am Donnerstag auf seiner Website mit, dass man auf der Vorstandssitzung am Vortag in Wien beschlossen habe, das Dienstverhältnis mit dem 48-jährigen Deutschen zu lösen.

„In letzter Zeit gab es (...) in der Betreuung des Teams Unstimmigkeiten, und der Vorstand sah in diesem Punkt Handlungsbedarf“, lautete die Begründung für die Trennung von Spittka, der 2008 als Jugend-Nationaltrainer beim ÖJV eingestiegen war. In dieser Funktion betreute er schon früh die späteren Tiroler Olympia-Teilnehmerinnen Kathrin Unterwurzacher und Bernadette Graf. Mit ihnen stieg er 2010 zum Trainer für die weiblichen Junioren und U23 auf, ehe er 2013 zum Bundestrainer ernannt wurde.

Laut der Website des Judozentrums Mühlviertel sei es abseits der Betreuung von Unterwurzacher und Graf zu mehreren „‘atmosphärischen‘ Störungen während Spittkas Ära“ gekommen. Tatsache ist, dass der ÖJV den deutschen Europameister von 1992, Olympia-Dritten von 1996 und Vizeweltmeister von 1997 bereits Anfang Oktober 2014 nach durchwachsenen Ergebnissen als Cheftrainer der Herren-Mannschaft abgezogen hatte.

Die Agenden des österreichischen Damenteams werden nun bis zu den vom 25. August bis 1. September stattfindenden Weltmeisterschaften in Tokio interimistisch von ÖJV-Techniktrainer Hitoshi Kubo und Sportdirektor Markus Moser mit Unterstützung der bisherigen Nationaltrainer übernommen. „Zeitgleich wird nach einer weiterführenden, optimalen Lösung für die Zukunft gesucht“, teilte der Verband abschließend mit. (APA)