Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.10.2019


Segeln

Hussls Olympia-Countdown hat längst begonnen

Der Tiroler 49er-Segler David Hussl (Vorschoter) hat Olympia 2020 in Tokio im Auge. Der Auftakt für den 27-Jährigen: die WM in Neuseeland.

Ab durch die Welle: der Tiroler David Hussl.

© HusslAb durch die Welle: der Tiroler David Hussl.



Von Florian Madl

Innsbruck – Was macht ein Wettkampf-Segler, wenn er eben einmal Abstand gewinnen will? Er segelt, David Hussl im konkreten Fall vor der Küste Kroatiens auf einer 40-Fuß-Yacht. Endlich durfte der 27-Jährige aus Terfens ans Steuer, auf dem 49er ist das dem Vorarlberger Benjamin Bildstein vorbehalten.

„Mit dem Kopf war ich in diesen wenigen Tagen ganz woanders.“ Zuvor hatte ihn ein Trainingsblock im Olympia-Areal von Tokio 2020, Schauplatz der Olympischen Sommerspiele im kommenden Jahr, in Beschlag genommen. Und schon bald ist der Heeressportler David Hussl, eben in den Rang eines Zugsführers erhoben, wieder unterwegs. Es geht nach Auckland (Neuseeland), Anfang Dezember Schauplatz der 49er-Weltmeisterschaft.

Im Gepäck hat er diesmal drei Kilogramm mehr als zuletzt nach der Heimreise aus Japan: „Wir haben uns in der Kraftkammer wieder einen Polster aufgebaut“, schmunzelt Hussl über die Einheiten im Olympiazentrum Innsbruck, sein Kampfgewicht gibt er mit 83 kg an. Gewicht, das ein Vorschoter braucht, um bei den in Enoshima (Olympia-Schauplatz) zu erwartenden rauen Bedingungen eine seriöse Chance zu haben. Und die Chancen erhöht auch ein neues Boot, das Hussl/Bildstein bei ihrer Ankunft in Neuseeland von einem dort ansässigen Bootsbauer entgegennehmen. Vergangenes Jahr hatte man das 35.000-Euro-Modell bestellt, vor Kurzem wurde es fertig.

Die Finanzierung ist Sache der beiden, Zuschüsse (Olympia-Förderung, Verband, Land Vorarlberg) können lediglich einen Teil decken. Im Royal Akarana Yacht Club wollen Hussl/Bildstein dann wissen, ob das Geld auch gut investiert war. Noch hat sich das Duo nicht für Olympia qualifizieren können.