Letztes Update am Di, 22.10.2019 08:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Das nächste Ziel von Thiem? „Nummer eins der Welt“

Für Tennis-Trainer Wolfgang Thiem ist die Weltspitze das erklärte Ziel für Sohn Dominic. Heute wartet in Wien Jo-Wilfried Tsonga (FRA).

Dominic Thiem und Jo-Wilfried Tsonga treffen sich heute auf dem Center Court wieder.

© ERSTE BANK OPENDominic Thiem und Jo-Wilfried Tsonga treffen sich heute auf dem Center Court wieder.



Aus Wien: Roman Stelzl

Wien – Schon am Eingang der Wiener Stadthalle lacht jener Mann vom Plakat, um den sich die ganze Tennis-Woche drehen soll. Und es soll eine Woche voller Jubel und noch mehr Jubel werden. Passenderweise ballt der Betroffene, Dominic Thiem, auf dem Plakat mit einem lauten Freudenschrei seine Faust. Neben dem 26-jährigen Tennis-Star lässt das Wort „Hero“ keinen Zweifel daran, welch große Rolle Thiem bei den Erste Bank Open zugedacht ist.

Heldenstatus hat Thiem in seiner Heimat längst, im heutigen Erstrunden-Match (nicht vor 17.30 Uhr, live ORF Sport Plus) gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga kann der Weltranglisten-Fünfte noch ein Schäufelchen drauflegen. Sein Vater und Trainer Wolfgang Thiem will aber von solchen Schäufelchen weniger wissen und packt lieber die große Schaufel aus, wenn es um die Karriere des 15-fachen ATP-Turniersiegers geht.

„Der nächste Schritt kann nur sein, dass Dominic die Nummer eins der Welt wird und ein Grand Slam gewinnt“, gibt Wolfgang Thiem mit viel Ehrgeiz eine klare Linie vor und erläutert: „Dominic war bereits die Nummer vier, nun muss sein nächstes Ziel sein, dass er ganz nach vorn kommt. Er weiß, woran er arbeiten muss, um das zu erreichen. Er darf sich nicht zufriedengeben, muss sich hohe Ziele stecken. Dominic kann damit umgehen.“

Klingt wie Druck machen und Druck ablassen. Ein heikles Thema, betrachtet man Thiems Bilanz beim Zehn-Jahres-Jubiläums-Antritt in der Stadthalle. 2010 kam in der Quali das Aus, danach gab es bei acht Siegen acht Niederlagen. Zweimal erreichte er das Viertelfinale – zu wenig für die hohen Ansprüche. Nach dem heiß ersehnten ersten Heimsieg in Kitzbühel soll aber nun der zweite her. „Ich hatte eine sehr gute Woche und bin bereit“, meinte Thiem, der zugleich Spekulationen zerstreute, wonach Thomas Muster sein Trainer werden könnte. Hauptverantwortlich bleiben der Chilene Nicolas Massú sowie Papa Wolfgang Thiem.

Der arbeitet dafür nun als neues Ein-Mann-Unternehmen. Im August erfolgte die Trennung von Günter Bresnik, der Thiem von Kindesbeinen an gut 15 Jahre trainiert hatte. „Nach 22 Jahren bin ich froh, dass ich jetzt meine eigenen Ideen verwirklichen kann“, meinte Wolfgang Thiem, der Sebastian Ofner und Dennis Novak in der Südstadt coacht. Von den beiden soll man auch noch viel hören – von Novak am besten schon morgen beim Stadthallen-Duell mit Gaël Monfils (FRA).