Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Handbal-EM

ÖHB-Generalsekretär: „Wir haben uns aus Tirol einen Experten eingekauft“

Handball-Generalsekretär Bernd Rabenseifner im TT-Gespräch über die Heim-EM im Jänner 2020 und das hitzige Duell Serbien gegen Kroatien.

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© gepa



Die EM in Wien und Graz startet am 9. Jänner. Wie laufen die Vorbereitungen?

Bernd Rabenseifner: Wir sind schon sehr weit und gut gerüstet. Jetzt geht es um die Feinabstimmung. Das betrifft die letzten technischen Dinge, die zu klären sind. Es sind Delegationsleiter der Gastmannschaften in Österreich und wir wollen die individuellen Wünsche der Mannschaften erfüllen.

Was wäre so ein Wunsch?

Rabenseifner: Das geht von speziellen Essenswünschen im Hotel, Räumen für Physiotherapeuten bis hin zu Anfragen für Fitnesscenter.

Es wird mit 24 Teilnehmern die bisher größte Handball-EM. Ist das eine besondere Herausforderung?

Rabenseifner: Ich finde es nicht schwieriger als bei meiner ersten EM 2010. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Schweden und Norwegen läuft hervorragend. In allen Nationen sind Mitarbeiter engagiert, die viel Erfahrungen mit Großereignissen haben. Es gibt Herausforderungen der Logistik zu klären. Zwischen den weit entfernten Spielorten werden die Teams mit Charterfliegern reisen, das ist kein Problem.

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Kann man von der EM 2010 profitieren?

Rabenseifner: Auf jeden Fall, das Kernteam von damals ist im Wesentlichen zusammengeblieben. Und wir haben uns aus Tirol einen Experten eingekauft. Markus Burger ist für das Hallen-Setup in der Wiener als auch in der Grazer Stadthalle zuständig. Wir profitieren von seiner Erfahrung aus 15 Jahren Eventmanagement, die er mitbringt.

Die EM ohne Norwegen und Schweden als Co-Gastgeber auszutragen, wäre derzeit ja nicht möglich ...

Rabenseifner: Wir scheitern derzeit an der Vorgabe für die Finalhalle, die müsste ein Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern aufweisen. Wir hoffen, dass es früher oder später in Wien diese große Arena geben wird. Dann wäre es vielleicht ein Thema.

Wie zufrieden sind Sie mit der Gruppenauslosung?

Rabenseifner: Wir haben sowohl in Wien (dort spielt Österreich, Anm.) als auch in Graz sehr interessante und ausgeglichene Gruppen. In Graz liegt unser Fokus auf dem hitzigen Duell Serbien gegen Kroatien am letzten Spieltag. Wir sind mit den Verbänden im guten Kontakt und ich bin überzeugt, dass wir das gut über die Bühne bringen. Stimmung in der Halle ist auf jeden Fall garantiert.

Sind so wie bei Hochrisikospielen im Fußball erhöhte Sicherheitsvorkehrungen notwendig?

Rabenseifner: Es nimmt nicht solche Ausmaße wie beim Fußball an, wir brauchen keine Angst zu haben. Natürlich sind wir mit den Behörden als auch mit den Verbänden von Kroatien und Serbien in einem guten und freundschaftlichen Austausch. Wir werden für beide Teams Sektoren bilden und dafür sorgen, dass die Fanblöcke nicht aufeinandertreffen.

Sportlich gesehen hat sich Österreich von der WM 2019 in Dänemark und Deutschland (nur Platz 19) mehr erhofft gehabt. Was hat man im Hinblick auf die EM daraus gelernt?

Rabenseifner: Stimmt, da hätten wir uns mehr erwartet. Wir haben alle gehofft, dass wir den Sprung in die Hauptrunde schaffen. Wir haben die WM ausführlich analysiert und nach Gesprächen mit Patrekur Johannesson, der über acht Jahre sehr erfolgreich war, entschieden, dass man frischen Wind für die Heim-EM hineinbringt. Ich denke, Neo-Coach Ales Pajovic hat schon sehr gute Arbeit geleistet. Es steckt viel Energie in der Mannschaft.

Handball Tirol stellt mit Sebastian Spendier einen Nationalspieler. Wie hoch sind seine EM-Chancen?

Rabenseifner: Er ist nach der Absage von Thomas Kandolf nachnominiert worden. Ich denke, dass ihn Ales Pajovic auf der Rechnung hat.

Das Gespräch führte Benjamin Kiechl