Letztes Update am Fr, 01.11.2019 12:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sportler des Jahres

Sportlerwahl: Hirscher und Tirolerin Herzog mit „NIKI“ ausgezeichnet

Superstar Marcel Hirscher wurde am Donnerstag in Wien zum sechsten Mal zum Sportler des Jahres gekürt. Für die Tiroler Eisschnellläuferin Vanessa Herzog war es hingegen eine bewegende Premiere.

Marcel Hirscher und Vanessa Herzog.

© gepaMarcel Hirscher und Vanessa Herzog.



Aus Wien: Florian Madl

Wien – 1400 Gäste, aus allen Bereichen der Gesellschaft, orakelten bis zum Schluss in der Wiener Marx-Halle, ob der bereits zurückgetretene Ausnahme-Skifahrer Marcel Hirscher zum sechsten Mal zum Sportler des Jahres gekürt werden würde. Am Ende war es doch ein klares Rennen: Der achtfache Gesamtweltcup-Sieger durfte die Trophäe, die seit heuer „NIKI“ (zu Ehren des verstorbenen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda) heißt, mit nach Hause nehmen.

Wie weggeblasen waren die vergangenen Wochen, in denen Vanessa Herzog vom harten Training an ihre Grenzen gebracht wurde. Am Donnerstag stand sie nicht allein in einer Eishalle und ihr Mann Thomas mit einer Stoppuhr daneben, am Donnerstag stand sie im Mittelpunkt: als Österreichs Sportlerin des Jahres, die erste Tirolerin seit Eva-Maria Brem 2016. Bei den Herren wartet man bereits seit 2006 (Benni Raich) auf einen weiteren Tiroler Erfolg.

„Bitte lächeln“: Tirols Eisschnelllauf-Aushängeschild Vanessa Herzog (r.) mit Leichtathletik-Star Lukas Weißhaidinger (r.) und Milizoffizier Erwin Hameseder.
„Bitte lächeln“: Tirols Eisschnelllauf-Aushängeschild Vanessa Herzog (r.) mit Leichtathletik-Star Lukas Weißhaidinger (r.) und Milizoffizier Erwin Hameseder.
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„Gerechnet habe ich wirklich nicht damit. Das muss ich schon sagen“, meinte eine sichtlich bewegte Vanessa Herzog, die vor allem Siebenkämpferin Verena Preiner auf der Rechnung hatte: „Ich liebe die Leichtathletik. Ich weiß, was es heißt, sechs Meter weit zu springen.“

Es war in der Wiener Marx-Halle sicher ein Zeichen der Wertschätzung für eine zumeist im Schatten stehende Sportart. „Aber man sieht, dass auch hier die Leistung Anerkennung findet“, freute sich Manager-Gatte Thomas.

Der Tiroler Josef Lahner (Ski alpin) durfte sich über den NIKI in der Kategorie Sportler des Jahres mit Behinderung freuen.
Der Tiroler Josef Lahner (Ski alpin) durfte sich über den NIKI in der Kategorie Sportler des Jahres mit Behinderung freuen.
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Die Zeiten, da die 60.000 Euro Saisonbudget teilweise aus der eigenen Tasche finanziert werden mussten, sind für die Welt- und Europameisterin wohl endgültig vorbei. Für die Sportart war es der erste Titel seit 25 Jahren (Emese Hunyady, 1994).

Die Tirolerin Janine Flock, die am Donnerstagabend nicht persönlich in Wien sein konnte, durfte sich über den fünften Rang freuen. Flock, die gerade beim Trainingslager in Königssee weilt, erklärte am Telefon: „Das ist eine besondere Ehre. Das Ziel bleibt, den ersten Platz zu erreichen, und das geht nur über die Olympischen Spiele.“

Die Aufsteigerin des Jahres: Verena Preiner (Leichtathletik).
Die Aufsteigerin des Jahres: Verena Preiner (Leichtathletik).
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Österreichs Fußballmeister und Champions-League-Starter FC Red Bull Salzburg errang wie im Vorjahr den Titel „Mannschaft des Jahres“. Den fünften Platz gab es für die Tiroler Footballer der Swarco Raiders. Vorstandsmitglied Peter Schwazer freute das besonders: „Allein nominiert zu werden – das ist etwas ganz Besonderes.“

Die NIKIs für die Sportler mit Behinderung gingen an Langläuferin Carina Edlinger und den Tiroler Skiläufer Josef Lahner. Zur Aufsteigerin des Jahres wurde Siebenkämpferin Verena Preiner gewählt.