Letztes Update am Fr, 04.11.2016 17:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Saison-Aus: Brem erlitt Schien- und Wadenbeinbruch

Österreichs Sportlerin des Jahres zog sich die Verletzung beim Training am Pass Thurn zu. Die Saison ist für die Tirolerin damit vorzeitig beendet.

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Innsbruck — Österreichs Damenskiteam muss nach Anna Veiths Langzeit-Ausfall den nächsten Rückschlag verdauen. Riesentorlauf-Weltcupsiegerin Eva-Maria Brem stürzte am Freitag beim Vorbereitungstraining für den Slalomauftakt in Levi am Pass Thurn nach einem Einfädler so schwer, dass sie sich einen doppelten Unterschenkelbruch im linken Bein zuzog. Die Sportlerin des Jahres fällt für die komplette WM-Saison aus.

Der Sturz passierte gegen Ende des Trainings bei einem Linksschwung aus einer Haarnadel heraus. Die 28-jährige Tirolerin traf dabei nach Angaben von Beobachtern mit der Skispitze eine Stange und stürzte nach vorne. Brem wurde danach mit dem Hubschrauber nach Innsbruck ins Klinikum Hochrum geflogen, wo ÖSV-Teamarzt Christian Hoser die schwere Verletzung diagnostizierte. "Sowohl Wadenbein als auch Schienbein sind gebrochen", erklärte Hoser.

Vier bis sechs Monate Pause für Brem

Laut dem Arzt braucht es einen operativen Eingriff, bei dem mit einem Marknagel der Knochen stabilisiert und so die Heilung ermöglicht wird. Der Eingriff wurde noch am Freitag erfolgreich durchgeführt. "Die voraussichtliche Skipause wird zwischen vier bis sechs Monaten betragen", sagte Hoser.

Das Team von Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum war schon im vergangenen Winter von mehreren prominenten Rücktritten wie jenen von Nicole Hosp oder Kathrin Zettel sowie der schweren Verletzung von Veith (Fenninger) zurückgeworfen worden. In Abwesenheit der zweifachen Weltcup-Gesamtsiegerin und Olympiasiegerin Veith hatte Brem dann mit dem knappen Gewinn der Riesentorlauf-Wertung für den einzigen Kugelgewinn einer ÖSV-Dame gesorgt.

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Etwas mehr als ein Jahr nach Veith und nur knapp eine Woche nach ihrer Krönung zur "Sportlerin des Jahres" in Wien hat es nun auch Brem und damit eine weitere potenzielle Siegläuferin bei den ÖSV-Damen schwer erwischt. "Solche Gedanken sind bei einer derartigen Verletzung aber nebensächlich", sagte Kriechbaum nach Bekanntwerden der Diagnose.

"Natürlich ist es nicht lässig, wenn eine weitere Siegläuferin die ganze Saison ausfällt", gab der Coach zu. "Aber das sind nicht meine Gedanken. Viel wichtiger ist die Gesundheit. Wenn mich etwas ärgert, dann, dass es überhaupt passiert ist. Man sieht aber, so etwas kann auch beim Slalom passieren."

Doppelter Unterschenkelbruch 2010

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Brem eine derart schwere Verletzung zugezogen hat. Auch im April 2010 hatte sie beim freien Skifahren einen doppelten Unterschenkelbruch links erlitten und war dadurch in ihrer Karriereentwicklung gebremst worden.

Die Frage, ob sich Brem auch diesmal wieder zurückkämpfen werde, sei legitim, so Kriechbaum. "Aber erstens ist es vorrangig wichtig, wieder gesund und fit zu werden, weil man das für das normale Leben braucht. Und darüber hinaus hoffe ich sehr, dass sie uns noch einige Jahre erhalten bleibt." (APA)