Letztes Update am Mo, 12.12.2016 09:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Naturbahnrodeln

Die Rodel-Zukunft soll in Tirol parallel bleiben

Das Kühtai erlebte einen spektakulären Auftakt der Naturbahnrodel-Weltcupsaison. Die Verantwortlichen basteln bereits im Hintergrund an der Zukunft.

Ein wenig Magie fehlte bei Thomas Kammerlander - so reichte es am Ende "nur" zu Platz drei.

© gepaEin wenig Magie fehlte bei Thomas Kammerlander - so reichte es am Ende "nur" zu Platz drei.



Von Roman Stelzl

Kühtai – Am Anfang der Weltcup-Saison braucht es „etwas richtig Spektakuläres“, glaubt Peter Knauseder – und für Tirols Rodelpräsidenten sind die Parallel-Rennen der Naturbahnrodler im Kühtai der richtige Ansatz. Davon durfte man sich auch am Sonntag überzeugen: eine kurze Piste von etwa 300 Metern Länge, scharfe Kurven, steile Passagen, direkte Duelle und das alles auf nicht einmal 20 Fahrsekunden. Es soll die Rodler aus den letzten Winkeln herauslocken, wo sonst aufgrund schattiger Bedingungen (Schnee) gefahren wird. „Aber dort kommt ja niemand mehr hin“, ergänzt Knauseder humorvoll.

Deshalb wurde vor drei Jahren der Parallelbewerb im Kühtaier Skigebiet verwurzelt. Gut 30 Fahrminuten von Innsbruck entfernt kam man Zentrum und Aufmerksamkeit immer näher. Doch nun läuft der Vertrag aus – und die Frage bleibt: Wie geht es in Zukunft weiter?

Die Oberösterreicherin Tina Unterberger gewann bei den Damen.
Die Oberösterreicherin Tina Unterberger gewann bei den Damen.
- ÖRV

„Es ist schon sehr arbeitsintensiv, den Weltcup zu veranstalten“, sagt Knauseder, der rund 450 Zuschauer zählte. Und er ergänzt: „Aber es war ein gewaltiger Auftakt. Das Format ist spannend, die Piste für die Leute gut einzusehen. Wir wollen weitermachen.“

Das gilt vor allem in Hinblick auf eine Aufnahme in das olympische Programm, falls Innsbruck sich um die Winterspiele 2026 bewirbt. Vielleicht wäre ein Antrag mit dem Parallel-Format (statt klassischer Rennen mit rund 70 Sekunden Fahrt) ein Plus. Auch das Kühtai soll bereit sein für eine Verlängerung – noch zu klären sind die Details. Knauseder: „Es ist ein großer finanzieller Aufwand.“

Das Parallel-Format findet auch bei den Sportlern Anklang, vor allem aus werblicher Sicht. „Wenn wir uns für Olympia empfehlen wollen, dann sind Rennen wie die im Kühtai perfekt. Das Format ist wirklich spektakulär“, erklärt Europameister Thomas Kammerlander.

Der Ötztaler haderte im Einzelbewerb mit dem Material (wechselnde Temperaturen) und wurde wie im Vorjahr „nur“ Dritter. Auch ganz vorne blieb alles beim Alten: Zum dritten Mal in Folge gewann der Südtiroler Patrick Pigneter, sein weibliches Pendant hieß Tina Unterberger. Die 30-jährige Oberösterreicherin krönte damit ein starkes Wochenende. Und von denen soll es in Kühtai noch einige geben.

Naturbahnrodel-Weltcup - Ergebnisse

Herren

1.Patrick Pigneter (ITA)

2.Gregori Bukin (RUS)

3.Thomas Kammerlander (AUT)

Weiters:

4. Gruber (ITA), 5. Scheikl (AUT), 6. Neurauter (AUT), 11. C. Schopf.

Damen

1.Tina Unterberger (AUT)

2.Greta Pinggera (ITA)

3.Evelin Lanthaler (ITA)

Weiters:

4. Diepold (AUT), 8. Auer (AUT)

Doppelsitzer am Samstag

1. Pigneter/Clara (ITA)

2. Schopf/Schopf (AUT)

3. Porshnev/Lazarev (RUS)

4. Brüggler/Angerer (AUT)

5. Regensburger/Holzknecht (AUT).