Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.01.2018


Vierschanzentournee

Am Bergisel läuft der Vorverkauf noch schleppend

Das Bergiselspringen (Donnerstag) wirft einige Fragen auf: Wie wird das Wetter, wie die Stimmung? 15.000 Karten sind bislang weg.

© gepaSpielt das Wetter beim Bergiselsprinen wieder einmal verrückt?



Von Florian Madl und Susann Frank

Garmisch, Innsbruck — Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Kann man bei 15.000 im Vorverkauf abgesetzten Karten von einer Bergisel-Euphorie sprechen oder müssen die Erwartungen im Vorfeld des dritten Tourneespringens angesichts von 22.500 aufgelegten Karten höher sein? Innsbrucks Organisationsleiter Alfons Schranz, der mit dem SC Bergisel in gewohnter Manier die Weichen stellt, hat einen pragmatischen Zugang: „Im Vorjahr hatte der Vorverkauf durch die guten Ergebnisse der Österreicher eine andere Dynamik." Ein Diplomat, der Innsbrucker. Von Länderkampfstimmung wird zwar auch an diesem Donnerstag die Rede sein, allerdings matchen sich nicht wie erhofft Österreicher und Deutsche, sondern Polen und Deutsche.

Als Spielverderber könnte sich das Wetter erweisen. Regen und Schneefall könnten vor allem den Qualifikationstag (Mittwoch) beeinflussen, was angesichts des neuen Reglements durchaus von Bedeutung ist. Bekanntlich dürfen die Athleten den Vorbewerb im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr auslassen, gestern musste der routinierte Schweizer Olympiasieger Simon Ammann in Garmisch zuschauen. Für Donnerstag stehen die Vorzeichen etwas besser, OK-­Leiter Schranz möchte die heutige Prognose abwarten.

Eine Schlechtwetterfront würde jedoch das Thema Flutlicht neuerlich in den Mittelpunkt rücken. Im Vorfeld der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld und Innsbruck wären Nacht-Bewerbe durchaus ein Thema gewesen, auch die Windabhängigkeit würde dadurch sinken. Derzeit sieht es nicht danach aus, wohingegen in Garmisch (GER) Weichen dahingehend gestellt werden sollen. Das bestätigt auch Michael Maurer, Vierschanzentournee- und Partenkirchner Skiclub-Präsident: „Das mit dem Flutlicht sind Zukunftsvisionen. Die Idee ist da, die Politik informiert. Ob es genehmigt wird, ist auch eine politische Geschichte."

Das Neujahrsspringen soll­e aber kein Abendspringen werden, sondern lediglich eine Absicherung nach hinten darstellen, „da unser Zeitfenster klein ist". Zudem könnte das Tourneespringen mit anderen Veranstaltungen kombiniert werden.

Infos Bergiselspringen

Heute:
Ruhetag

Mittwoch:
11.45 Uhr: Training am Bergisel
14 Uhr: Qualifikation

Donnerstag, Bergiselspringen:
12.30 Uhr: Probedurchgang (50 Teilnehmer)
14 Uhr: 1. Wertungs-Durchgang (50 Teilnehmer/K.-o.-Springen)
Anschließend Finale (30 Teilnehmer) und Siegerehrung der drei Erstplatzierten im Innsbrucker Bergisel-Stadion

Anfahrt:
Mit einer gültigen Eintrittskarte für das Skispringen können Zuschauer am Bewerbstag kostenlos mit der Bahn nach Innsbruck und wieder nach Hause reisen (gültig für alle ÖBB-Nahverkehrszüge, S-Bahnen, Regional- und REX-Züge in Tirol).

Parken: beim Olympia-Eisstadion (800 Plätze), beim Veranstaltungszentrum Hafen, nahe Autobahn­abfahrt Innsbruck-Süd (400); am Bewerbstag auf der Brennerbundesstraße einseitig (Zufahrt in Richtung Innsbruck ab 9 Uhr gesperrt).