Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.01.2018


Ebel

Die Haie entdeckten die „zweite Luft“

Mit einem wahren Kraftakt feierten die Haie einen 3:2-Penaltysieg über den HC Bozen. Vor ausverkauftem Haus wurde ein 0:2-Rückstand gedreht. Diese zwei Punkte könnten im Kampf ums Play-off doppelt zählen.

© Michael Kristen



Von Alex Gruber

Innsbruck — „Die Jungs sind gut drauf. In den letzten beiden Spielen hat bei vielen Chancen nur die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt", notierte Haie-Vorstand Norbert Ried vor dem ersten Bully. Im Wissen, dass die vielen Spiele zu Jahreswechsel für die Cracks wie für die Fans an die Substanz gehen können.

Es war ein ganz zäher Beginn am Montag. Die Beine der Innsbrucker wirkten nach dem 2:1-Sieg am Samstag in Bozen am Neujahrstag schwer. Die Gäste näherten sich in der Anfangsphase öfters an, die Haie wurden erst bei einem Powerplay nach gut zehn Minuten erstmals gefährlich. Mit dem Adjektiv „schleppend" war der Spielfilm in den ersten 20 Minuten am besten charakterisiert. Und zu allem Überdruss traf das Tabellenschlusslicht 14 Sekunden vor der ersten Sirene durch Frank zum 0:1.

Ein Schussversuch von Lammers versprach gleich nach Wiederanpfiff kurz Besserung, die Haie taten sich in der Folge aber weiter ziemlich schwer, nennenswerte Chancen zu kreieren. Stattdessen glückte Alexander Petan das 2:0 für die Südtiroler, Goalie Patrik Nechvatal und seine Vorderleute sahen dabei nicht wirklich gut aus. Ein dringend notwendiger Energieanfall ließ auf sich warten, ehe es gegen Ende des zweiten Abschnitts doch noch Druck auf das Gäste-Tor gab. Ein weiteres Powerplay, mit Riesenchancen für Andrew Clark (40.) und Mitch Wahl (41.), blieb ungenützt.

Der HC Bozen verteidigte unter dem finnischen Coach Kai Suikkanen mit Mann und Maus. Es brauchte einen dreckigen Treffer. Der gelang Hunter Bishop (47.). Und drei Minuten später brach John Lammers nach Lindner-Lattenkracher mit dem 2:2 seine Torsperre. Ein Sturmlauf, die Tiwag-Arena kochte. Es gab noch etliche Hochkaräter (Clark, Poulsen, Sedivy, Lammers) zum Sieg, letztlich aber Verlängerung. Dort rettete Nechvatal mehrmals großartig, Tyler Spurgeon und Andrew Yogan stellten den Sieg dann im Penaltyschießen sicher. Durchatmen.