Letztes Update am Sa, 13.01.2018 15:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Feuz triumphierte in Wengen vor Svindal und ÖSV-Ass Mayer

Mit Startnummer eins zum Sieg: An Beat Feuz führte bei der Lauberhorn-Abfahrt kein Weg vorbei. Der Schweizer gewann vor Aksel Lund Svindal (NOR) und Matthias Mayer.

© AFPBeat Feuz trumpfte mit Startnummer eins groß auf und knallte gleich die Bestzeit auf die Lauberhorn-Abfahrt.



Wengen - Beat Feuz raste am Samstag in Wengen mit Startnummer eins zum Sieg der Lauberhorn-Abfahrt und versüßte damit den 35.000 Zuschauern entlang der Strecke einen perfekten Skitag. 18/100 dahinter landete Aksel Lund Svindal (NOR) an zweiter Stelle, Matthias Mayer errang als Dritter einen ÖSV-Stockerlplatz (0,67), gefolgt von Hannes Reichelt (0,77), Vincent Kriechmayr wurde Sechster (0,98).

Alles richtig hatte am Freitag bei der Startnummernvergabe und am Samstag im Rennen Feuz gemacht. "Der Poker war, dass es, wenn es schön wird, im oberen Streckenabschnitt immer langsamer wird", sagte der Weltmeister, der mit seiner Wahl recht behielt. Aber er lieferte auch eine sehr starke Fahrt ab und landete seinen zweiten Abfahrtssieg in Wengen-Klassiker nach 2012. "Was gibt es Schöneres, als hier am Start zu stehen vor so vielen Leuten? Jeder Sieg ist etwas Spezielles, es war ein genialer Tag", meinte er nach dem neunten Weltcupsieg seiner Karriere.

"Der Rückstand ist wenig, aber in Beaver Creek war es umgekehrt, da hatte ich die Hundertstel auf meiner Seite", sagte der mit 3 gestartete Svindal, der das Rennen erst in der Zielkurve verlor. Im Kernen-S hatte er mit dem Kopf die Bande rasiert und den Helm dabei zerschrammt. "So eng ist nicht gut", nahm es Svindal mit Humor. Er landete zum fünften Mal im fünften Abfahrtsrennen in diesem Winter auf dem Podest, führt die Disziplinwertung mit 58 Zählern Vorsprung auf Feuz an.

Mayers Kindheitstraum wurde wahr

Eine starke Leistung lieferten die Österreicher ab, auch wenn es mit dem ersten Abfahrtssieg in diesem Winter wieder nicht klappte. "Es ist ein Kindheitsraum, in Wengen am Podest zu stehen. Ein großartiger Tag, Superwetter, es kann nicht schöner sein", schwärmte Olympiasieger Mayer, der bei diesem Klassiker erstmals das Stockerl erklimmte. Die Anstrengungen des langen Kombinationstages am Freitag (Platz acht) hatte er gut weggesteckt.

Wengen-Spezialist Reichelt, der nach fünf Stockerlplätzen in Folge als Vierter knapp am Podest vorbeiraste, hatte sich nichts vorzuwerfen. "Im oberen Teil habe ich viel Zeit liegen gelassen, aber mit der Nummer war es sicher eine gute Leistung. Die Nummer ist im Moment nicht mein Freund", sagte der mit 19 ins Rennen gegangene Salzburger.

Kriechmayr erklärte, dass für ihn der Sieger gleich feststand. "Man muss den Hut vor Beat und Aksel ziehen. Ich habe Beat oben im Fernsehen gesehen und wusste, das ist die Siegfahrt. Er ist so entschlossen und so genial runtergefahren. Das war eine der besten Fahrten, die hier runter gezeigt wurden", meinte der Oberösterreicher. (APA)

Abfahrt der Herren in Wengen

1. Beat Feuz (SUI) 2:26,50 Minuten
2. Aksel Lund Svindal (NOR) + 0,18 Sekunden
3. Matthias Mayer (AUT) + 0,67
4. Hannes Reichelt (AUT) + 0,77
5. Thomas Dreßen (GER) + 0,93
6. Vincent Kriechmayr (AUT) + 0,98
7. Maxence Muzaton (FRA) + 1,18
8. Dominik Paris (ITA) + 1,22
9. Kjetil Jansrud (NOR) + 1,53
10. Peter Fill (ITA) + 1,79
Weiter:
13. Max Franz (AUT) + 1,88
16. Christian Walder (AUT) + 2,18
27. Romed Baumann (AUT) + 2,52
44. Frederic Berthold (AUT) 2:31,21 +4,71
Ausgeschieden u.a.: Otmar Striedinger (AUT), Christof Innerhofer (ITA), Wiley Maple, Jared Goldberg (beide USA), Blaise Giezendanner (FRA)

Abfahrts-Weltcup
1. Aksel Lund Svindal (NOR) 420 Punkte
2. Beat Feuz (SUI) 362
3. Kjetil Jansrud (NOR) 238
4. Dominik Paris (ITA) 232
5. Matthias Mayer (AUT) 216

Gesamtweltcup
1. Marcel Hirscher (AUT) 874 Punkte
2. Henrik Kristoffersen (NOR) 720
3. Kjetil Jansrud (NOR) 559
4. Alexis Pinturault (FRA) 547
5. Aksel Lund Svindal (NOR) 534