Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.02.2018


Olympia 2018

Eine Medaille soll Kindls Feier-Jahr eröffnen

Bei seinen dritten Olympischen Spielen möchte Wolfgang Kindl mithelfen, die Olympia-Serie des Österreichischen Rodelverbands fortzusetzen.

© APADie Bahn in Alpensia liegt dem Tiroler Weltmeister Wolfgang Kindl offensichtlich.



Pyeongchang – Wolfgang Kindl ist einer der heißen Medaillenanwärter des rot-weiß-roten Aufgebots für die morgen beginnenden Winterspiele in Pyeongchang. Der Doppel-Weltmeister aus Natters ist am Samstag (11.10 Uhr MEZ) und Sonntag (10.50) Mitfavorit im Einsitzer.

Seit 1992 ist der Österreichische Rodelverband ein Medaillengarant: Bei den achten Spielen sollte diese Serie, die nur noch von den Alpinen (seit 1948 immer Medaille) überboten wird, halten können. „Die ersten Spiele waren zum Eingewöhnen, bei den zweiten habe ich gewusst, um was es geht. Jetzt haben sich die Vorzeichen schon ein bisserl geändert“, sagte Kindl.

Seit seinem 9. Platz 2014 in Sotschi hat sich der mittlerweile 29-jährige Tiroler stetig verbessert: 2015 in Sigulda und 2016 in Königssee holte er jeweils WM-Bronze und im Vorjahr, auf seiner Heimatbahn in Innsbruck-Igls, gewann Kindl sogar Doppel-WM-Gold.

„Wir haben einen extrem wichtigen Schritt im Materialsektor nach vorne gemacht“, erklärte der Gesamt-Weltcup-Zweite dieser Saison und lobte die „super Arbeit“ von Technik-Chef Tobias Schiegl. „Es ist so wie in der Formel 1. Da entwickelt es sich immer weiter, und so ist es im Eiskanal auch.“ Und darum redet er auch gar nicht lange darum herum: „Mein Ziel ist eine Medaille, alles andere würde man mir nicht glauben.“

Ein kleiner Wermutstropfen sind Probleme mit den Bandscheiben. „Das zieht sich schon die ganze Saison durch, deswegen sind meine Startleistungen ein bisserl schlechter geworden“, schildert Kindl. Ein leichter Vorfall, eine Vorwölbung, die auf die Nerven drückt, behindert ihn etwas. „Aber in der Bahn bin ich einer der Schnellsten“, beruhigt er. Und das ist kein Zufall, denn gerade an den Schienen wird stundenlang getüftelt. „Da ist am meisten drin, da geht es oft um Hundertstel im Millimeterbereich“, schildert Kindl. Auf keinen Fall darf die Kante zu scharf oder zu rund sein.

Den Eiskanal im Olympic Sliding Centre kennt er in- und auswendig. Und Kindl glaubt, dass diese Bahn gerade den Österreichern entgegenkommt.

Seine sportliche Zukunft sieht er bei gesundheitlich guter Entwicklung durchaus auch noch 2022 bei den Olympischen Winterspielen in Peking. „Ich kann es mir vorstellen. Ich sage jetzt sicher nicht, dass nach diesem Jahr Schluss ist, es geht auf jeden Fall weiter.“

Glasklar sieht er indes seine private Zukunft: Abgesehen davon, dass er am 18. April 30 wird, hat er noch ein großes Fest vor sich. „Ja, ich habe im Sommer das nächste Highlight“, verrät Kindl. Er wird seine Freundin Elena, die selbst einmal Rodlerin im Juniorenbereich war, heiraten. Die Tirolerin ist dem Sport als Kinder- und Jugendtrainerin treu geblieben. Kennen gelernt hat er seine Zukünftige – natürlich – über seinen Sport: „Rodeln ist mein Leben, kann man sagen.“ (APA)