Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.02.2018


Wintersport

Missbrauch im Sport: Schwere Vorwürfe gegen Charly Kahr

Ehemalige Leistungssportlerinnen berichten von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen durch Trainer, Serviceleute sowie Funktionäre in Leistungskadern und in Ski-Internaten.

© TT(Symbolfoto)



Quasi mit dem Start der Olympischen Spiele in Pyeongchang wird Österreichs Wintersport-Szene erneut von schweren Vorwürfen überschattet. Wie die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag berichtete, sollen eidesstattliche Erklärungen vorliegen, in denen ehemalige Leistungssportlerinnen von sexuellen Übergriffen berichten, die bis zur Vergewaltigung reichen.

Beschuldigt werden dabei laut Bericht Trainer, Serviceleute sowie Funktionäre in Leistungskadern und in Ski-Internaten. Dabei datieren die Vorfälle teilweise 50 Jahre in der Vergangenheit. Die bekannteste Figur der jüngsten Beschuldigungen ist Charly Kahr.

Der 85-jährig­e Ex-Athlet und frühere Trainer im Österreichischen Skiverband (ÖSV) soll Ende der 1960er-Jahre eine 16 Jahre alte Sportlerin vergewaltigt haben, wie die SZ berichtet. Mit Details zu drei konkreten Vorwürfen konfrontiert, ließ Kahr über seinen Anwalt ausrichten, dass „die gegen meinen Mandanten erhobenen Vorwürfe samt und sonders aus der Luft gegriffen sind und kein einziger der von Ihnen genannten Vorfälle jemals stattgefunden hat".

Auch der ÖSV gab an, von den Vorwürfen gegen Kahr nichts zu wissen. In einem Fall soll auch der zuletzt beschuldigte Toni Sailer involviert sein. (TT)