Letztes Update am Fr, 09.02.2018 08:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2018

CAS lehnte Einspruch von Russen gegen Olympia-Ausschluss ab

47 Sportler dürfen nach dem Urteil des Sportgerichtshofes nicht an Olympia teilnehmen. Russland reagierte kämpferisch und plant alternative Wettkämpfe in Sotschi und St. Petersburg für rund 900 Athleten.

© imago/ITAR-TASS(Symbolfoto)



Pyeongchang – 45 weitere russische Sportler und zwei Betreuer bleiben von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies ihre Klage gegen die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Freitag wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier zurück. Schon am Vortag hatte die Ad-hoc-Kommission des CAS bei 13 russischen Athleten und Offiziellen ein ähnliches Gesuch abgelehnt und sich als nicht zuständig erklärt.

Russland muss somit auf zahlreiche Stars wie den sechsfachen Short-Track-Olympiasiger Viktor Ahn, Biathlet-Staffel-Olympiasieger Anton Schipulin, die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow und Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa verzichten.

Russische Sportler starten unter Flagge des IOC

Damit bleibt es bei 168 Sportlern aus Russland, die für die 23. Winterspiele vom Internationalen Olympischen Komitee zugelassen worden sind. Diese Sportler starten unter neutraler Flagge und ohne Hymne als Olympische Athleten aus Russland.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, nannte die CAS-Entscheidung eine „hocherfreuliche Mitteilung“. Damit bleibe „die Hoffnung, dass Betrüger von Sotschi nicht in Pyeongchang um Medaillen kämpfen.“

Das IOC hatte in einem aufwendigen Prüfverfahren eine Selektion für russische Sportler getroffen. Aufgrund der Belege für organisierte Dopingmanipulationen bei den Winterspielen in Sotschi 2014 hatte das IOC im Dezember vergangenen Jahres das Nationale Olympische Komitee Russlands gesperrt. Demnach konnten russische Sportler nur per IOC-Einladung zu den Spielen nach Pyeongchang gelangen. In vielen Fällen hatte das IOC den Athleten eine Einladung verweigert, obwohl aktuell kein positiver Dopingbefund vorliegt. (APA/dpa)

Russland plant alternative Wettkämpfe

Nach der gerichtlichen Bestätigung des Ausschlusses russischer Spitzensportler von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gibt sich die Führung in Moskau kämpferisch. „Wir prüfen weitere Schritte. So kann das nicht stehenbleiben“, sagte Vizeregierungschef Witali Mutko am Freitag der Agentur Interfax. Zunächst aber werde sich Russland Zeit nehmen, deutete er an: „Jetzt herrscht olympischer Friede.“

Der russische Sportminister Pawel Kolobkow findet die Entscheidung ungerecht. Die Athleten würden ohne triftigen Grund nicht zu den Spielen in Pyeongchang zugelassen. Die CAS-Richter hätten einfach die Argumente des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) übernommen. In den kommenden Monaten solle es nun alternative Wettkämpfe für die ausgeschlossenen Sportler geben, bekräftigte Kolobkow. Daran sollten mehr als 900 Athleten teilnehmen, sagte er. Geplant seien Wettkämpfe an mehreren Austragungsorten, darunter an den Olympia-Stätten der Winterspiele 2014 in Sotschi sowie in St. Petersburg.




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