Letztes Update am Di, 13.02.2018 09:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2018

Hirscher kombiniert sich zu Gold: “Kann jetzt heimfahren“

Gleich im ersten alpinen Ski-Rennen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang durfte Österreich über Gold jubeln. Marcel Hirscher triumphierte in der Kombination vor den beiden Franzosen Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet.

© gepaAls Hirscher als Olympiasieger feststand, ließ er seinen Emotionen freien Lauf.



Von Michael Pipal

Pyeongchang - Nach sechs Gesamtweltcupsiegen und sechs Weltmeistertiteln darf sich Marcel Hirscher seit Montag auch Olympiasieger auf die Visitenkarte schreiben. Der 28-jährige ÖSV-Star gewann in der Herren-Kombination seine erste Goldmedaille bei Winterspielen.

Die Franzosen Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet nahmen Kombi-Sieger Marcel Hirscher in die Mitte.
- AFP

Von Platz zwölf nach der verkürzten Abfahrt raste der Ski-Dominator der vergangenen Jahre im Slalom zum Sieg. Hirscher verwies die beiden Franzosen Alexis Pinturault (+0,23 Sekunden) und Victor Muffat-Jeandet (+ 1,02 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei.

"Dass ich gleich die erste Chance nutze, ist natürlich sensationell. Jetzt sind wir alle im Team ein bisschen sprachlos", sagte Hirscher im ORF-Interview. Das Thema Olympiagold hätten er und sein Team nie so groß gemacht, das habe ihm die nötige Lockerheit gegeben.

Kombi-Gold könnte jetzt der Anfang von etwas ganz Großem sein. Schließlich stehen die Paradedisziplinen Riesentorlauf und Slalom erst in der kommenden Woche auf dem Programm. "Der Druck ist weg, jetzt kann ich eigentlich heimfahren", scherzte der Serien-Weltcupsieger im Ziel. "Schade ist nur, dass ich meine Lederhose vergessen habe", sprach Hirscher die Siegerehrung am Abend an.

Schneeverwehungen nahmen Hirscher im Slalom die Bodensicht. Der Salzburger blieb cool und carvte dennoch zum Sieg.
- AFP

Hirscher musste nicht nur gegen die Gegner auf der Piste, sondern auch gegen den Wind ankämpfen, der ihm im unteren Streckenteil durch Schneeverwehungen komplett die Bodensicht nahm. "Das war nicht lustig. Ich habe mir am Start gedacht, als der Wind aufkam, das ist wieder typisch. Aber sudern kannst du später auch im Ziel", erzählte der frischgebackene Olympiasieger.

Schwarz schrammt knapp an Bronze vorbei

Pech hatte ÖSV-Slalom-Spezialist Marco Schwarz, der auf Platz vier landete und Bronze um 0,33 Sekunden verpasste. "Das Set-Up war etwas zu aggressiv - deshalb bin ich am Anfang nicht ins Fahren gekommen", erklärte der 22-jährige Kärntner, der im oberen Slalom-Teil fast eine Sekunde auf Muffat-Jeandet verloren hatte.

Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr, nach der Abfahrt auf Platz 3 bzw. 7, schieden in der Entscheidung aus. "Nach der Verkürzung und Entschärfung der Abfahrt war klar, dass ein Slalomfahrer gewinnt. Zum Glück hat's der Marcel gemacht, er ist der Beste der Welt", konnte sich Kriechmayr mit seinem Teamkollegen freuen.

Für Österreichs Speed-Asse wird es am Donnerstag und Freitag wieder ernst. Dann stehen in Pyeongchang die Abfahrt und der Super-G auf dem Programm.