Letztes Update am Do, 21.06.2018 15:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Spezialtraining für Mayer: Stämme stemmen auf Papas Hof

Schwitzen für WM-Gold: Matthias Mayer geht in der Sommer-Vorbereitung ungewöhnliche Wege, um im Winter auf den Punkt topfit zu sein. Auch ohne Olympia warten einige Highlights.

© gepaMatthias Mayer geht im Sommer schon einmal ungewöhnliche Wege.



Afritz am See – Das Showtraining auf dem Hof seines Vaters Helmut in Verditz oberhalb des Afritzer Sees hat Matthias Mayer gehörig ins Schwitzen gebracht. Bei hochsommerlichem Wetter genießt der Ski-Doppelolympiasieger die Abwechslung im Freien dennoch. „Es geht voll rein, ist anstrengend und bringt richtig was“, versicherte der 28-Jährige nach den Kraftübungen mit einem Baumstamm.

Konditionstrainer Hannes Schwarz kann dem Training auf Naturgrund im Freien ebenfalls viel abgewinnen. „Solche intensiven Sachen und Belastungen bauen wir immer wieder ins Programm ein. Es taugt ihnen auch, wenn wir einmal raus in die Natur und auf eine Wiese gehen“ sagte der Kärntner. Gelenksschonend sei es auch und wegen der Unebenheiten auch oft fordernder als ein Hallenboden, weil das koordinative System viel mehr arbeiten müsse. „Das haben sie im Winter auch. Die Skipisten sind auch nicht eben, da schlägt es auch.“

Gearbeitet wird mit Kettlebells von 8 bis 24 Kilogramm, Medizinbällen von 3 bis 8 Kilogramm und den klassischen Lang- und Kurzhanteln in der Kraftkammer. „Aber wir setzen auch Baumstämme, Traktorreifen oder sonstiges ein, was uns gerade so einfällt“, erklärte Schwarz. Mayer baut auf seinen Vorbereitungsplan vor einem Jahr auf. „Das ist der Grundstein, aber man muss sich immer auch weiterentwickeln“, sagte Mayer.

Mit Gold im Stall: Mayer mit den Andenken aus Sotschi und Pyeongchang.
- gepa

Trainiert wird von Montag bis Freitag am Vormittag und Nachmittag, am Wochenende stehen noch Ausdauereinheiten an oder Sachen, die Spaß machen wie ein Tennismatch oder eine Radtour. Mayer spielt Tennis beim TC Afritzer See in der 3. Klasse. „Es ist ganz mager und ich will eigentlich gar nicht drüber reden“, meinte er mit Blick auf die sportlichen Leistungen lachend. Der Klassenerhalt werde sich aber hoffentlich ausgehen.

Was die Sommervorbereitung betrifft, kann er sich auch ohne die Aussicht auf Olympische Spiele motivieren. „Aber es ist schon was anderes, wenn man das Bild der Olympischen Ringe im Kopf hat. Aber die WM ist auch ein Großereignis und es stehen sehr viele Weltcuprennen an.“ Kitzbühel und die Klassiker im Jänner seien ebenso ein Ziel wie der Gewinn der Abfahrts-Kristallkugel. „Das ist sicherlich mitunter eines der größten Ziele eines Abfahrers.“

Auf Abfahrt und Super-G liegt auch im kommenden Winter das Hauptaugenmerk, vielleicht wird er zum Abgesang der Disziplin die Kombination in Wengen bestreiten und den WM-Hang in Aare werde er sich für die Kombi zumindest einmal anschauen. „Riesentorlauf werde ich auf jeden Fall trainieren. Wenn ich mich in Form fühle, werde ich es mitnehmen.“ (APA)