Letztes Update am Fr, 03.08.2018 11:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordische Ski-WM 2019

Noch 200 Tage: „WM-Vorfreude ist in ganz Seefeld spürbar“

In 200 Tagen beginnt die Nordische Ski-WM in Seefeld und Innsbruck. ÖSV verteidigt Infrastruktur-Kosten, der Stadion-Zieleinlauf wird länger.

© HolzknechtNahe der Schanze (Bild) wird noch der WM-Turm errichtet, 32.000 Tickets wurden bisher verkauft.



Von Benjamin Kiechl

Seefeld — Man kann es sich bei den derzeitigen Temperaturen kaum vorstellen, aber heute in 200 Tagen fällt der Startschuss für die Nordische Weltmeisterschaft in Seefeld. Der offizielle Countdown bis zum 20. Februar 2019 tickt auf der Homepage unaufhörlich — die WM-Organisatoren kommen mit den Vorbereitungen bei für Seefeld heißen 28 Grad derzeit ins Schwitzen.

„Jede Jahreszeit hat ihren Reiz", sagt Christian Scherer und lächelt. Der Organisationsdirektor der WM 2019 wagt als Hobby-Meteorologe eine Prognose und sagt nach einem Hitze-Sommer einen schneereichen Winter voraus. Eine dicke Schneedecke sei ein Teil der WM-Kulisse, die mit 150.000 Fans eine Visitenkarte für den ÖSV, Seefeld und Tirol werden soll. Man wolle weiters mit perfekter Organisation und Herzlichkeit punkten. „Die WM-Vorfreude ist schon in ganz Seefeld spürbar", erklärt der 33-jährige Obertilliacher.

Loipen fertig, am Bahnhof wird noch gebaut

Das OK-Team, angeführt von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Generalsekretär Dr. Klaus Leistner, bis hin zu den Schaltzentralen in Innsbruck (Bergisel-OK-Chef Alfons Schranz) und Seefeld (BM Werner Frießer) liege mit den Vorbereitungen im Zeitplan. So wurde kürzlich der Ablauf der Langlaufbewerbe bei einem Workshop mit technischen Delegierten der FIS (Annmari Viljanmaa und Mikaela Sundbaum) finalisiert.

In den nächsten Monaten wird im Zielgelände noch ein zwölf Meter hoher WM-Turm aus Holz und Glas errichtet. Während am neuen Seefelder Bahnhof noch gearbeitet wird, sind die WM-Loipen bereits fertig. „Derzeit wird neben dem Seekirchl noch eine ökologische Ausgleichsfläche geschaffen", erzählt BM Werner Frießer, der zugleich Obmann des Skiclub Seefeld ist. Frießer gibt sich überzeugt, dass die WM ein Erfolg wird. Bei der ersten Auflage 1985 sei er im Tretkommando auf der Schanze dabei gewesen. „Unmittelbar nach der WM gab es die besten Jahre im Tourismus", hofft Frießer auf neue Rekordmarken.

Zu den Finanzen hält Scherer fest, dass der ÖSV als Ausrichter — anders als bei der Rad-WM — das volle Risiko für das Organisationsbudget trägt und es keinerlei finanzielle Zuwendungen zum Veranstaltungsbudget gibt. „Es gibt keine Ausfallhaftung von Bund, Land oder Gemeinde. Der ÖSV führt diese Veranstaltung auf eigenes Risiko durch."

BM Frießer könne die Zahlen des Landesrechnungshofberichts zu den Infrastrukturbauten aus dem Jahr 2014 noch nicht nachvollziehen, denn es sei ja erst nach dem Zuschlag im Juni 2014 ein detailliertes Konzept gemeinsam mit Bund, Land, den Sportverbänden und mit Stams erarbeitet worden. Hierfür gab es erst 2015 eine Grobkostenschätzung über 26,6 Mio. Eur­o. „Ja, es hat dann noch Anpassung des Kostenrahmens für die Bauten gegeben", so Frießer. Dies sei jedoch großteils auf Behördenvorgaben (Brandschutzauflagen WM-Halle, zwingender Architekturwettbewerb für das Stadion) zurückzuführen. Der bei der WM-Generalprobe kritisierte Zieleinlauf wird adaptiert und verlängert. Scherer: „Damit werden die Langlaufbewerbe sicherlich noch spannender!"