Letztes Update am Di, 04.09.2018 11:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Zwei HCI-Neuzugänge in zwei Gewichtsklassen

Fliegengewicht Daniel Wachter (66 kg) und „Bröckerl“ Sam Antonitsch (gut 90 kg) bereichern das Eishockey-Ensemble der Innsbrucker Haie.

© Amir BeganovicKraftpaket Sam Antonitsch (r.) sucht bei Checks bewusst den körperbetonten Gegenverkehr.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Beim 5:1-Sieg gegen den EHC Olten fanden die Haie am Sonntag wieder auf den Pfad der Tugend zurück und verrichteten jene immens wichtige Detailarbeit, die es am anvisierten Weg unter die Top sechs der Erste Bank Eishockeyliga auch wieder benötigen wird. Der Liga-Start mit dem Heimspiel gegen Dornbirn (14. September/19.15 Uhr) rückt ja näher.

In einer Linie neben den Andrews

Neuerwerbung Daniel Wachter durfte in den letzten beiden Testspielen in einer Linie neben den Andrews ran – sprich neben den beiden Hochkarätern Clark und Yogan. „Es gibt Schlimmeres, als mit den beiden zu spielen“, grinst der 21-Jährige, um freimütig und in aller Bescheidenheit zu ergänzen: „Alle von uns Jungen durften in der Vorbereitung schon neben Legionären auflaufen und außerdem spielt man hier in Innsbruck mit allen gerne zusammen.“ Das führt das Fliegengewicht auch auf Headcoach Rob Pallin zurück: „Der Trainer steht hinter uns. Wir dürfen Fehler machen, wichtig ist nur, wie man darauf reagiert“, diktiert „Wachtl“, der einst in seiner Zeit bei den Bullen in Salzburg von einem finnischen Coach auch „Napoleon“ genannt wurde: „Ich bin zwar klein, will aber immer gewinnen. Und ich kann meine 66 Kilo auch in einen 90-Kilo-Brocken reinschmeißen, um das Team mitzureißen“, führt der gebürtige Villacher aus, dass die Körpersprache nicht (nur) von der Masse abhängt.

„Sam ist ein lieber Kerl“

Mit seiner Schnelligkeit und Wendigkeit kann er behäbigen Abwehrspielern das Leben ganz schön schwermachen. „Und defensiv muss ich einen guten Schläger haben, immer nah am Puck“, erklärt Wachter, ehe er den Pass zu seinem Kärntner Kollegen Sam Antonitsch weiterleitet: „Wir haben uns beim U20-Nationalteam besser kennen gelernt. Der Sam ist ein lieber Kerl.“ Wenn er – wie beispielsweise im Test gegen die Bietigheim Steelers – nicht gerade einen Gegner „überfährt“. Antonitsch, Filius von Kitz-Tennis-Organisator Alex, der seine Eishockey-Lehrjahre auch in den Vereinigten Staaten (Connecticut Juniors, Okanagan Europe oder in Pittston bei den Wilkes-Barre/Scranton Knights) verbrachte, punktet mit Wucht. „Ich bin ein Power Forward mit gut 90 Kilo und fahre dahin, wo es wehtut. Ich nehme die Checks und habe Zug zum Tor“, führt der 22-jährige Angreifer aus.

Rapport in der Kaserne

An jedem Werktag muss sich der Heeressportler vor dem Training übrigens in der Innsbrucker Konrad-Kaserne melden. Den Rapport bei Coach Pallin fürchtet er wie Wachter nach einigen Wochen im Innsbrucker Haifischbecken indes nicht: „Wir haben keine Angst, Fehler zu machen. Er unterstützt uns und nimmt uns zur Seite.“

Antonitsch lief in Olten neben den Tiroler Eigengewächsen Lukas Bär und Torschütze Clemens Paulweber auf. Die etwas verkürzte eigene Sommervorbereitung aufgrund des Grundwehrdienstes nahm er erneut in Wien neben den Capitals-Akteuren Rafael Rotter, Patrick Peter und Peter Schneider in Angriff: „Wir haben da einen Football-Coach, das funktioniert bestens.“

Das rasante Eishockey-Leben hat das junge, neue Kärntner HCI-Duo schon längst Eigenverantwortung gelehrt. Und das soll ein weiterer Baustein für erfolgreiche Haie sein.