Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.10.2018


Eishockey

Teenager im Nationalteam: Schon mit 13 in der A-Klasse

Im zarten Alter von 13 Jahren wurde Emma Hofbauer als jüngste Spielerin erstmals in das österreichische Damen-Eishockey-A-Nationalteam einberufen.

© HofbauerMit der Scheibe ist Emma Hofbauer auf Du und Du. Egal, ob im Dress der Haie oder in den ÖEHV-Auswahlen.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Würde man am Eis der Tiwag-Arena nach einem Duracell-Hasen Ausschau halten, könnte man bei den Innsbrucker Haien auf Emma Hofbauer (geb. 30.11.2004) stoßen. Sie läuft und läuft. Egal, ob bei der U14, wo sie als Spielführerin fungiert, oder im U16-Team. Und dann mischt sie zwischenzeitlich auch noch beim Damenteam der Red Angels mit.

„Ihr Ehrgeiz ist brutal. Die Emma kannst am Tag auch 20 Stunden aufs Eis stellen. Da könnte sich so mancher Bursche eine Scheibe abschneiden“, führt Thommy Müller, Coach bei der U14 des HCI, voll des Lobes aus. Dazu passt auch eine Geschichte, die Pap­a Martin Hofbauer – als Tiroler Fußball-Unterhaus-Trainer (Rinn, Matrei, Schwaz, Kufstein ...) eine Legende – erzählt: Eines Abends habe er nach einer Doppeltrainings-Session für seine Tochter zuhause angerufen. Sie sei aber schon wieder im Trainings-Keller gestanden, um an ihrer Schusstechnik zu feilen. „Sie hat gesagt: Papa, hast du gesehen, wie schlecht ich heut­e trainiert habe“, führt der „Hofi“ aus. Der Antrieb seiner Tochter („Sie macht alle­s freiwillig“) kommt von innen. Und als Lohn stellte sich am Mittwochabend nach vielen Einsätzen in den ÖEHV-Nachwuchsauswahlen jetzt die erstmalige Einberufung ins A-Nationalteam ein.

„Ich bin ziemlich geschockt“, suchte die Schülerin des Paulinums in Schwaz in der Mittagspause gestern noch nach den richtigen Worte­n. Dass sich die rotweißrote Damen-Auswahl am Freitag in Telfs zur Vorbereitung auf zwei Freundschaftsspiele gegen Italien trifft, lässt sich als Heimvorteil werten. „Ein absolutes Highlight“, strahlt die Teenagerin, die sich ihrer Leidenschaft Eishockey vielleicht einmal ein Highschool-Stipendium erarbeiten will.

„Da wartet aber noch ganz, ganz viel Arbeit auf mich“, kehrt sofort wieder Demut bei Emma Hofbauer ein. Nachwuchstrainer Thommy Müller ortet in Sachen Kreativität noch Luft nach oben: „Eisläuferisch und stocktechnisch ist sie den Buben in ihrem Alter überlegen. Auch ihre Schusskraft würde man dem ein oder anderen Burschen wünschen. Sie setzt alles um, was man verlangt.“

Die Tests gegen Italien (Freitag/19 Uhr in Telfs und Samstag/14.30 Uhr in Innsbruck) sind ein erstes Kennenlernen mit dem A-Team. Für Bewerbsspiele wäre Emma noch zu jung. Aber früh übt sich, wer ein Meister werden will.