Letztes Update am So, 21.10.2018 20:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Ein HCI-Sieg, der erneut viele Nerven kostete

Der HCI machte sich gegen Schlusslicht Znojmo das Leben selbst schwer, um in der Verlängerung zu siegen. Die Haie sind jetzt Sechster.

Die entscheidenden Cracks für den HCI-Erfolg: Andrew Clark (l.) und Andrew Yogan.

© Amir BeganovicDie entscheidenden Cracks für den HCI-Erfolg: Andrew Clark (l.) und Andrew Yogan.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Wie der Vater mit dem Sohn spielte der HCI gestern phasenweise mit Znojmo, um nach zahlreichen vergebenen Chancen und einer vermeintlich sicheren 3:0-Führung das Spiel fast noch aus den Händen zu geben. Erst in der Verlängerung sorgte Andrew Clark für den 4:3-Sieg.

Am Samstag noch hatte Znojmo mit einem 3:0-Sieg in Dornbirn aufgezeigt. Das frisch getankte Selbstvertrauen war bei den Tschechen zu Beginn gleich sichtbar: Auf einen Querlattentreffer von Andrew Yogan (6. Minute) antwortete Petr Mrazek ebenfalls mit einem Schuss ans Gebälk (7.). Der Rest des ersten Spielabschnitts war in der Hand von Znojmo, das aber nicht nur einmal den Meister in Haie-Schlussmann Janne Juvonen fand. Auch bei einer einminütigen 3:5-Unterzahl stand der Finne stark seinen Mann. Von der Truppe von Haie-Headcoach Rob Pallin war offensiv wenig zu sehen. Bis Yogan Andrew Clark fein bediente und der „Professor“ sich mit technisch gewohnt starkem Abschluss nicht zweimal bitten ließ – 1:0 (16.). Es war eine schmeichelhafte Führung.

So schläfrig die Haie ins Spiel gegangen waren, umso wacher starteten die Innsbrucker in Abschnitt zwei: Nach 28 Sekunden traf Yogan zum 2:0 (21.). Der HCI war jetzt der Herr im Ring, das 3:0 durch einen weiteren tollen Yogan-Treffer in der 24. Minute hochverdient. Das einzige Missgeschick schien in Drittel zwei, dass ein abgefälschter Puck HCI-Co-Trainer Alexander Stein am Kopf traf. Nach kurzer Behandlung in der Kabine – das Cut wurde mit vier Stichen genäht – kehrte er aber auf die Betreuerbank zurück. Dass es „nur“ 3:0 stand, war vor allem der mangelnden Chancenverwertung zuzuschreiben. Und das wurde mit dem 3:1-Anschlusstreffer bestraft (38.).

Zu Beginn des Schlussabschnitts machten sich die Tiroler durch dumme Strafen das Leben selbst schwer und kassierten in Unterzahl das 3:2 (44.). Die Innsbrucker hatten wieder einmal einen Gegner wiederbelebt. Das 3:3 durch Bartos schien fast die logische Folge (47.). Es war nun ein Match mit offenem Visier und Znojmo mit einem Lattenschuss nahe dran am Sieg (56.), bevor es in die Verlängerung ging.

Dort sorgte Clark dann mit seinem zweiten Treffer für den 4:3-Sieg. Trotzdem haben die Haie gestern einen Punkt verloren. „Am Ende zählt nur der Sieg, aber es ist unglaublich, dass wir es nicht schaffen, ruhig zu bleiben“, meinte Angreifer Mario Lamoureux.

EBEL, 12. Runde.

HC Innsbruck - Znojmo 4:3 n.V. (1.0,2:1,0:2;1:0). Innsbruck, 2.000. Tore: Clark (16., 65.), Yogan (21./PP, 24.) bzw. Nemec (38.), Kalus (44./PP), Bartos (47.). Strafminuten: 8 bzw. 12.

VSV - Graz 99ers 3:5 (1:1,2:2,0:2). Villach, 2.420. Tore: Brunner (20./SH), Trivino (34./PP), Maxa (35.) bzw. Zusevics (5.), Oleksuk (22./PP), Hamilton (23./PP), Kirchschläger (42.), Oberkofler (60./EN). Strafminuten: 8 bzw. 4.

Fehervar - Red Bull Salzburg 4:7 (1:2,0:2,3:3). Szekesfehervar, 3.013. Tore: Sarauer (17., 43./PP), Erdely (43.), Koskiranta (54.) bzw. Gazley (9./PP), Duncan (13./PP, 37./PP, 47./PP), Baltram (38.), Harris (48./PP), Raffl (51./PP). Strafminuten: 24 bzw. 18.

Vienna Capitals - Black Wings Linz 5:2 (3:0,2:1,0:1). Wien, 4.050. Tore: Romig (7.), Arniel (10.), Hartl (12.), Fischer (23.), DeSousa (29.) bzw. Lebler (38.), Schofield (41./SH2). Strafminuten: 8 bzw. 12.

Dornbirner EC - KAC 2:3 n.P. (1:1,1:1,0:0;0:0,0:1). Dornbirn, 2.036. Tore: O'Donnell (3./PP), Broda (37./PP) bzw. Bischofberger (16.), Comrie (27.), Petersen (entscheidender Penalty). Strafminuten: 4 bzw. 12.