Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


EBEL

Haie-Coach Pallin: „Bin nicht zufrieden mit Platz sechs“

Nach vier Siegen aus den letzten sechs Spielen wandeln die Haie weiter zwischen Potenzial und Problemzonen.

Nach dem Sieg gegen Znojmo konnten die Haie im Kollektiv um Andrew Clark und Kapitän Tyler Spurgeon (beide M.) wieder grinsen.

© Amir BeganovicNach dem Sieg gegen Znojmo konnten die Haie im Kollektiv um Andrew Clark und Kapitän Tyler Spurgeon (beide M.) wieder grinsen.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Fünf Punkte gegen Villach (5:4) und Znojmo (4:3 n.V. nach Verlängerung) hievten die Innsbrucker Haie nach diesem Wochenende erstmals unter die Top sechs der Erste Bank Eishockey Lig­a. Mit dem kongenialen Duo Andrew Clark (20 Punkte) und Andrew Yogan (11 Tore) stellt man zudem den Führenden in der Punkte- bzw. Torschützenliste. Dazu wurden vier der letzten sechs Partien gewonnen. Freude macht sich im Haifischbecken dennoch nicht breit.

HCI-Coach Pallin.
HCI-Coach Pallin.
- Amir Beganovic

„Vor ein paar Jahren hätt­e man in Innsbruck unter den Top sechs vielleicht eine Party gefeiert. Aber ich bin nicht zufrieden und glücklich, Sechster zu sein. Wenn wir 60 Minuten konstant durchspielen würden, wären wir unter den ersten drei“, meldete sich Headcoach Rob Pallin am trainingsfreien Montag zu Wort. Dass man gegen Znojmo erneut eine 3:0-Führung fast verspielt hatte, ärgert den 51-jährigen Amerikaner nach Noten: „Ich kann nicht mehr hören, dass wir in dieser Saison Punkte unglücklich verloren haben. Wir machen schwere Fehler, die uns Punkte kosten.“ So holt man vermeintlich sicher besiegt­e Gegner wieder zurück ins Boot: „Wir rauben den Teams nicht das Herz, sondern geben ihnen immer wieder Hoffnung“, schüttelt Pallin weiter den Kopf.

Dass Clark und Yogan mit ihren unglaublichen Offensivqualitäten Spiele entscheiden können, steht außer Zweifel. Nur stehen beide auch bei etlichen Gegentreffern am Eis. Kaum zu glauben, dass mit Alex Lavoie ein dritter Kreativspieler in ihrer Linie bleiben wird. Die Rückwärtsbewegung ist aber ein kollektives Problem. „Wir müssen auf die Details achten“, unterstreicht Pallin, ehe ein Auswärts-Doppelpack die Innsbrucker am Freitag zum Tabellenzweiten nach Graz und am Sonntag nach Zagreb führt.

Für Sacha Guimond kommen diese Spiele noch zu früh, aber wenn der 27-jährige Kanadier wieder fit ist, müssen die Haie zumindest einen der 14 Legionäre von der Gehaltsliste streichen. Der als Topverteidiger angekündigte Mike Boivin, den auch eine Handgelenksverletzung quält, blieb bislang viel schuldig. Genauso wie Angreifer Levko Koper, der in der Vorwärtsbewegung nicht in Erscheinung tritt. Pallin nennt keine Namen. Dass er grundsätzlich mehr will, hört man aber mit jedem Wort.