Letztes Update am Mo, 05.11.2018 22:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Nach dem Glück in Villach heißt’s weiter „Ärmel hoch“

Nach 17 Runden steht in der Erste Bank Eishockeyliga eine Länderspielpause an. Die Innsbrucker Haie ziehen auf Platz sieben Zwischenbilanz.

© gepaIn der Erste Bank Eishockeyliga gibt es Diskussionsstoff – das Schiedsrichtergespann übersah in Villach wohl einen Penalty-Treffer, der Ausblick von Innsbrucks Headcoach Rob Pallin hat sich wieder verbessert.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Das Glück ist bekanntlich ein Vogerl, beim 4:3-Erfolg in Villach kehrte es aber ins Lager der Haie zurück. Zunächst traf Toptorschütze Andrew Yogan eine Sekunde vor Ende der regulären Spielzeit zum 3:3-Ausgleich, dann verwehrte das Schiedsrichtergespann einem Sharp-Treffer im Penaltyschießen die Anerkennung, weil die Scheibe offenbar durch das Netz drang und kein Loch ersichtlich war. Physikalisch sei dies möglich, erklärte Innsbrucks Headcoach Rob Pallin und vermutete, dass die Videoaufzeichnung womöglich frühzeitig schon abgeschaltet war. Sehr zum Ärger der Hausherren, sehr zur Freude der Haie, die nach fünf Zählern gegen Villach und Fehervar (5:1) durchatmen können. „Wir sind erleichtert. Es war nicht leicht in dieser Saison. Wir müssen in der Pause ein bisschen zur Ruhe kommen“, sprach Pallin, der vor einem weiteren Austausch mit dem Vorstand steht. Das Haie-ABC lässt auf Platz sieben ja weiter einige Fragen offen.

T wie Torhüter: Rene Swette glänzte gegen Fehervar, Janne Juvonen war gut in Villach. Geht’s nach Pallin, sollte man sich nicht vom 24-jährigen Finnen, der nur einen Try-out-Vertrag hat, trennen. „Ich glaube nicht, dass wir momentan einen besseren Goalie als Janne finden.“ Juvonen hält aber selbst das Recht in der Hand, in die Heimat zurückzukehren.

G wie Gegentreffer: Nur Fehervar (67) kassierte bislang mehr als die Innsbrucker (64). „Davon haben wir aber in den ersten fünf Partien 28 kassiert und in den nächsten zwölf nur mehr 36“, führt Pallin aus, dass man sich nach dem Katastrophenstart (nur zwei Punkte aus den ersten vier Spielen) stabilisiert hat.

Rob Pallin, Headcoach HC IBK: „Es wird schwer, in die Top sechs zu kommen. Einige Dinge müssen sich nach der Pause ändern.“
- gepsa

W wie Wackelkandidat: Dass Pallin Angreifer Alex Lavoie gegen Fehervar auf die Tribüne setzte, lässt sich als klares Zeichen interpretieren, dass der Headcoach keine halben Sachen mehr duldet: „Wir müssen hart spielen. Es geht darum, die harten Dinge zu machen und nicht nur die leichten. Jeder muss sich das Recht verdienen, in diesem Team zu stehen.“ Für Lavoie könnte es schon zu spät sein, ein weiterer Tauschvorgang – auch Levko Koper war schon angezählt – steht im Raum. Wobei sich der Trainer diesbezüglich nicht aus der Verantwortung in der Personalwahl zieht.

Q wie Qualität: Neben dem Toptorschützen Yogan (13 Saisontreffer) stellen die Haie mit Andrew Clark den Topscorer (28 Punkte) der Liga. Im Gesamtpaket glänzt auch einer wie John Lammers (22 Pkt.) in seiner bereits vierten Saison. Die Haie haben hinter Salzburg (75) und Graz (67) am drittmeisten Tore (62) erzielt, halten derzeit Platz zwei im Powerplay (26,8 Prozent) und Rang drei (83,6%) im Penaltykilling. Es ist alles, nur keine Frage des Talents. Wenngleich Pallin einräumt: „Vielleicht waren wir letzte Saison im Gesamt-Kader ein bisschen besser aufgestellt.“

S wie Sedivy: Der 29-jährige Tscheche hat sich nach Topleistungen neben Lammers und Kapitän Tyler Spurgeon diese Beförderung in den vergangenen Spielen mehr als nur verdient. „Er ist ein großartiger Typ und passt in diese Einheit. Die Jungs lieben ihn. Sie sind drei Spieler mit einem Gehirn“, lobt Pallin die um Sedivy entstandenen Synergien.

L wie Liga: Nicht nur die Haie kämpf(t)en mit Problemen. Die Vienna Capitals verloren beim 3:9 gegen Znojmo die fünfte Partie in Serie. „Ich glaube, jeder geht durch Höhen und Tiefen – ganz egal, wer zur Hölle du bist“, spielt Pallin auf die Härten des Geschäfts in der Erste Bank Eishockeyliga an. Nachsatz: „Die Zeit wird uns zeigen, wohin wir gehen.“

E wie Ehrgeiz: In seiner dritten Saison als Haie-Trainer will Pallin nach der zweimaligen direkten Play-off-Qualifikation nach dem Grunddurchgang weiter mehr: „Ich setze mich ständig unter Druck und bin kein Typ, der an irgendeinem Tag etwas leichtnimmt. Ich bin hierhergekommen, um einen Titel zu gewinnen. Welcher Trainer will das bitte nicht? Und ich glaube noch immer daran.“

A wie Ansage: Obwohl fünf Punkte aus den letzten zwei Spielen (etwas) für Ruhe sorgten, stellte Pallin vor den vier trainingsfreien Tagen klar: „Es gibt Dinge, die sich nach der Pause ändern müssen. Wir müssen uns um zehn Prozent steigern. Jeder muss an Bord sein. Denn Hockey ist unser Job.“ Philipp Lindner reist jetzt zum Nationalteam, das nächste Spiel steigt am 13. November in Salzburg.