Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.11.2018


Ski-Freestyle

Eine Generalprobe benötigt Wolf nur beim Maturaball

Mit einem fünften Platz meisterte Lara Wolf den Weltcup-Auftakt mit Bravour. Nun nimmt die Tirolerin den Heim-Weltcup am Stubaier Gletscher ins Visier.

© gepaBei Olympia sammelte Lara Wolf wertvolle Erfahrungen, bald wartet der Heimweltcup am Stubaier Gletscher.



Neustift – Am Stubaier Gletscher hat die Saison längst begonnen. Während zahlreiche Hobby-Wintersportler ihre Schwünge gestern Vormittag in den Schnee zogen, wurde in der Steinbock-Bar mitten im Skigebiet kräftig die Werbetrommel gerührt: Zum zweiten Mal empfängt das Stubaital vom 20. bis 24. November im Rahmen des Slopestyle-Weltcups die Ski-Freestyle-Elite.

Genau dort fand sich gestern eine prominente Runde ein: Da saß der Vorjahres-Zweite Evan McEachran (21 Jahre) aus Kanada ebenso am Tisch wie die deutsche Wahl-Innsbruckerin Kea Kühnel (27), der Oberösterreicher Sam Baumgartner (21) und die Stubaier Lokalmatadorin Laura Wallner (20).

Die jüngste im Bunde war aber eine andere Tirolerin: die 18-jährige Arlbergerin Lara Wolf, ein Riesentalent (Weltcup-Debüt 2015 mit 14 Jahren), das langsam, aber sicher ganz oben anklopft. Beim Big-Air-Weltcup vergangenes Wochenende in Modena (ITA) lieferte Wolf mit Platz fünf ihr bestes Weltcup-Resultat ab, das hatte sie schon im Jänner 2017 beim Slopestyle-Weltcup auf der Seiser Alm geschafft. Jetzt freut sich die Olympia-Teilnehmerin von Pyeongchang (Platz 16 im Slopestyle) natürlich auf den allerersten Heimweltcup ihrer jungen Karriere: „Es ist etwas ganz Besonderes. Vor allem, weil Familie und Freunde mich vor Ort unterstützen können.“ Steigerungspotenzial sieht die Schülerin der Handelsakademie Landeck übrigens insbesondere im „mentalen Bereich“ – ein Problemfeld, das sie mit Landsfrau Laura Wallner eint.

Vorerst schwirren aber auch noch andere Dinge als „Grabs“, „Kicker“ und „Rails“ durch ihren Kopf, denn Wolf absolviert derzeit ihr Maturajahr. Da warten zahlreiche Verpflichtungen auf die 18-Jährige – so wie der Maturaball. „Ich muss heute noch zur Generalprobe“, erzählte die Tirolerin. Ganz im Gegensatz zum Weltcup, wo Wolf ihre Feuertaufe ja schon mit 14 Jahren absolviert hat ...