Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Ski Alpin

Speed-Herren legen heute los: Für Mayer wäre die Zeit reif

Nach seiner Fabelfahrt im zweiten Training geht Beat Feuz heute als Top-Favorit in die Abfahrt von Lake Louise. An Herausforderern mangelt es aber nicht.

© USA Today SportsOlympiasieger Matthias Mayer will in Kanada endlich ganz nach oben.



Lake Louise — Gut, der Mann ist amtierender Abfahrtsweltmeister, Gewinner der Abfahrts-Kristallkugel und ja, Titelverteidiger in Lake Louise ist er auch. Dass Beat Feuz vor der heutigen ersten Saisonabfahrt in Lake Louise (20.15 Uhr/live ORF eins und Live-Ticker auf TT.com) allerorts in den Stand des uneingeschränkten Top-Favoriten gehievt wurde, lag aber in erster Linie an seiner Fabelfahrt im zweiten Training.

1,13 Sekunden legte der Wahl-Tiroler zwischen sich und den Rest der Speed-Welt. „Der Schweizer Wilderer hat die Elche ein bissl vor dem Visier", spielte der in der zweiten Trainingsfahrt abgeschlagene Hannes Reichelt (Platz 32) auf die jahrelange Dominanz der Norweger in Kanada an. Neun der vergangenen elf Speedrennen waren entweder an Aksel Lund Svindal (6 Siege) oder Kjetil Jansrud (3) gegangen.

Mayer: „Es wird schön langsam Zeit"

Schweizer hin, Norweger her — geht es nach Matthias Mayer, dann wäre heute ein guter Tag, dessen Sieglosigkeit in Lake Louise zu beenden. „Es wird schön langsam Zeit, dass ich einmal von ganz oben herunterlache." Und wer den Kärntner, seines Zeichens zweifacher Olympiasieger (Abfahrt 2014, Super-G 2018), kennt, der kann dies getrost als Kampfansage werten. Im Vorjahr hatten dem 28-Jährigen in der Abfahrt gerade einmal neun Hundertstelsekunden auf den Premierentriumph auf kanadischem Schnee gefehlt.

Auch jener Mann, mit dem sich Mayer bei der letzten Abfahrt des vergangenen Winters in Aare das oberste Podest geteilt hatte, ist bester Dinge. Also sagte Vincent Kriechmayr im Wissen seiner Stärke: „So anzufangen, wie ich im Frühjahr aufgehört habe, wäre natürlich ein Traum."

Erik Guay gab Karriereende bekannt

Einer, der im Speedbereich die Szenerie über ein Jahrzehnt geprägt hat, gab überraschend sein sofortiges Karriereende bekannt: Erik Guay. „Es macht keinen Sinn mehr, das Risiko einzugehen", erklärte der Kanadier. Der 37-Jährige war im ersten Trainingslauf nur 69. geworden und verzichtete nach der schweren Verletzung seines Landsmannes Manuel Osborne-Paradis auf ein weiteres Antreten. „Nach dem Sturz von Manny wäre ich am liebsten mit dem Sessellift hinuntergefahren", erklärte der zweifache Weltmeister (Abfahrt 2011, Super-G 2017), fünffache Weltcupsieger und vierfache Papa. Das gestrige dritte Abfahrtstraining wurde abgesagt. (m. i., TT.com)