Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.11.2018


Kunstbahnrodeln

Nachhaltig ist beim Olympia-Eiskanal nur der Ärger

Der Internationale Rodelverband wünscht sich eine Verschiebung des Igls-Weltcups. Für ÖRV-Boss Prock wäre das problematisch.

Thomas Steu/Lorenz Koller im Olympia-Eiskanal von Pyeongchang. Der koreanische Eiskanal scheint nicht im Weltcup-Kalender auf.

© gepa pranterThomas Steu/Lorenz Koller im Olympia-Eiskanal von Pyeongchang. Der koreanische Eiskanal scheint nicht im Weltcup-Kalender auf.



Von Günter Almberger

Innsbruck – Lachen, strahlen, grinsen – egal, wie man es bezeichnet, Markus Prock war am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Igls einer der glücklichsten Menschen. Der Präsident des Österreichischen Rodelverbandes (ÖRV) hatte nach drei rotweißroten Siegen in sechs Rennen allen Grund dazu. „Eine sensationelle Ausbeute“, freute sich der Stubaier. Aber nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch sei alles nach Wunsch abgelaufen.

Leise Misstöne kamen allerdings vom Internationalen Rodelverband (FIL). „Für uns war der Austragungstermin mindestens eine Woche zu früh. Die Winter fangen später an, die TV-Anstalten und Sponsoren üben Druck auf uns aus. Der Wunsch wäre, später anzufangen und später aufzuhören“, erklärte FIL-Exekutivdirektor Christoph Schweiger. Für Prock ist ein späterer Termin problematisch: „Die heimische TV-Präsenz ist für uns enorm wichtig. Die bekommen wir nur jetzt, weil die Skifahrer durch die Überseerennen erst im Abendprogramm laufen.“

Dass der Weltcup im Rodeln zu früh endet, sieht Österreichs Verbandsoberhaupt genauso wie die FIL. „Es kann nicht sein, dass wir unsere Saison Mitte Februar beenden. Da schenken wir unnötig Wettkampfzeiten her“, betont Prock. Für ihn sei eine Ausdehnung des Weltcup-Kalenders von den neun Stationen (plus der WM) auf zehn bis zwölf „durchaus vorstellbar“. Prock würde sich wünschen, dass das Thema neu durchgerechnet wird.

Die FIL-Verantwortlichen sind weiteren Rennen nicht abgeneigt, aber wie so oft dürfte das Geld der Knackpunkt sein. „Kurzfristig ist das nicht umsetzbar. Die Kosten wären für die FIL und die nationalen Verbände zu hoch“, meinte Schweiger, der zumindest die Olympiabahn in Pyeong­chang gerne im Kalender sehen würde. „Da gab es vor den Spielen fixe Zusagen, auch was die Nachhaltigkeit betrifft. Doch die Koreaner interessiert das nicht. Wir von der FIL sind enttäuscht und verärgert“, so Schweiger.