Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.12.2018


Ski Alpin

St. Anton zurück im Ski-Weltcup: Ein neuer Anfang am Arlberg

Der Ski-Weltcup gastiert wieder in St. Anton: am 12./13. Jänner und dann im ersehnten Zwei-Jahres-Rhythmus. In der Tradition ist Platz für Neues wie etwa ein Sportgipfel.

© gepaNach sechs Jahren wieder im Weltcup am Start: In St. Anton werden wie zuletzt 2013 (Archivbild Tessa Worley) Speed-Rennen ausgetragen.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Wo die Wiege des Skilaufs wirklich steht, mag diskutierbar sein, die Rolle als Wegbereiter bleibt dennoch unumstritten. Wer also darf sich des abgewandelten Fußball-Slogans „Skiing is coming home“ bedienen wenn nicht die Arlberger?

Im Jänner kehrt der Ski-Weltcup mit einer Abfahrt und einem Super-G nun also zurück – nach St. Anton, wo zuletzt vor sechs Jahren Damen-Rennen stattfanden. 2016 wurde wegen Schneemangels abgesagt, dazwischen waren Altenmarkt/Zauchensee und Bad Kleinkirchheim Schauplätze der ÖSV-Heimspiele für Frauen im Jänner. „Im Hinblick auf verlorene Events wie Olympia soll sich wieder was tun“, sagt Bürgermeister Helmut Mall – und das regelmäßiger.

Den ungeliebten Drei-Jahres-Rhythmus ist man los, Bad Kleinkirchheim fiel beim ÖSV-FIS-Entscheid aus dem Speed-Kalender und der Arlberg wechselt sich ab sofort nur noch mit Altenmarkt/Zauchensee ab. „Wenn du nur alle drei Jahre dran bist, ist das jedes Mal wie ein Neubeginn. So ist es optimal“, freut sich OK-Chef Peter Mall. Überall hätte er bislang zu hören bekommen: „Geil, dass ihr wieder zurück seid.“

In St. Anton beginnt man also wieder neu. Im Gegensatz zu 2016 stehen heuer Schneedepots bereit, um etwaige Ausfälle zu kompensieren. Der Wetterbericht für das Wochenende lässt allerdings bereits alle strahlen, ebenso wie die jüngsten Erfolge der ÖSV-Damen in Übersee: Schnee soll kommen. Zudem stehe man auch bereit, um ein Rennen möglicherweise nachzutragen. „Der Freitag ist ohnehin Trainingstag. Es wäre also grundsätzlich möglich“, sagt der OK-Verantwortliche.

Einigkeit am Arlberg, vereint in den Weltcup zurück: St. Antons Bürgermeister Helmut Mall, OK-Chef Peter Mall, Skiklub-Präsident Josef Chodakowski und TVB-Chef Markus Ebster.
- Thomas Böhm

Für 2021 denkt man über einen Tunnel im unteren Bereich nach, um weniger mit dem „Publikumslauf“ zu kollidieren. „Schließlich leben wir alle auch davon“, so Mall. TVB-Chef Martin Ebster nickt. Die Beschlüsse im Gemeinderat seien eindeutige für den Sport, spricht Skiklub-Präsident Josef Chodakowsky von Einigkeit in St. Anton.

Dass ausgerechnet Weltcup-Gesamtsiegerin und Lake-Louise-Super-G-Siegerin Mikaela Shiffrin St. Anton derzeit nicht auf dem Programm zu haben scheint, nimmt man gelassen, sogar als eine Art Auszeichnung. „Das beweist auch, dass unsere Strecke einzigartig und schwierig ist. Also eine tolle Bühne für die Damen“, weiß Peter Mall.

In der Kandahar-Tradition, das erste Rennen fand 1929 statt, soll nun auch ein Sportgipfel, eine Gesprächsrunde, etabliert werden. Als Gäste zum Thema „Grenzgängerinnen“ sind geplant: Lindsey Vonn, Anna Veith, Sport-Journalistin Kathrin Müller-Hohenstein, Motorsportlerin Sophia Flörsch und Monisha Kaltenborn (ehemalige Sauber-Managerin).