Letztes Update am Fr, 14.12.2018 11:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Doping

Russisches Biathlon-Team darf Hochfilzen unbehelligt verlassen

Den Beschuldigten in der Doping-Causa stehe es frei, sich gegenüber den Behörden zu äußern. Die IBU ergriff gegen die zehn Betroffenen Mitglieder des russischen Teams keine Maßnahmen.

Im Visier der Ermittler: Russlands Biathlon-Star Anton Schipulin.

© gepaIm Visier der Ermittler: Russlands Biathlon-Star Anton Schipulin.



Hochfilzen – Trotz der Ermittlungen der österreichischen Behörden dürfen die als mutmaßliche Dopingbetrüger verdächtigten Mitglieder des russischen Biathlonteams das Land nach dem Weltcup in Hochfilzen unbehelligt verlassen. Das teilte eine Sprecherin der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage mit. Außerdem gibt es aktuell keine formellen Anordnungen für Vernehmungen.

Allerdings stehe es jedem Verdächtigen jederzeit frei, sich gegenüber den Behörden zu den Anschuldigungen zu äußern, hieß es von der Medienstelle. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Dopingverstöße bei der WM 2017 in Hochfilzen gegen zehn Mitglieder der russischen Mannschaft. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Ermittlungsverfahren gegen fünf Betreuer wegen „der Anwendung verbotener Substanzen bzw. Methoden zum Zweck des Dopings“ und gegen fünf Sportler wegen „schweren Betruges im Zusammenhang mit Doping“ laufen. Zu den Athleten gehört auch Olympiasieger Anton Schipulin. Nicht alle Beschuldigten befinden sich momentan in Hochfilzen.

Die Russen bekamen einen Tag vor dem Weltcupstart am Mittwoch in ihrem Teamhotel Besuch von der Polizei, Durchsuchungen oder Vernehmungen gab es dabei aber nicht. Ihnen wurde lediglich formal mitgeteilt, dass es Ermittlungen gegen sie gibt. Bei den Rennen in Hochfilzen wollen die russischen Athleten bis Sonntag normal an den Wettkämpfen teilnehmen. Der in Salzburg ansässige Biathlon-Weltverband (IBU), gegen dessen Ex-Präsident Anders Besseberg die Staatsanwaltschaft ebenfalls seit Monaten ermittelt, hat keine Maßnahmen gegen die zehn Betroffenen ergriffen. (APA)