Letztes Update am Mi, 09.01.2019 13:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Liensberger ist Shiffrin und Vlhova bereits auf den Fersen

Ausgerechnet beim Heimrennen in Flachau jubelte Katharina Liensberger über ihren ersten Podestplatz. Die 21-Jährige unterstrich damit ihren Nummer-eins-Status im ÖSV-Slalom-Team.

An der Seite der Slalom-Königinnen Mikaela Shiffrin (l.) und Petra Vlhova (r.) feierte Katharina Liensberger ihren ersten Podestplatz im Weltcup.

© APAAn der Seite der Slalom-Königinnen Mikaela Shiffrin (l.) und Petra Vlhova (r.) feierte Katharina Liensberger ihren ersten Podestplatz im Weltcup.



Von Hans Gödel/APA

Flachau – Trotz Darmgrippe und kostspieligem Fahrfehler holte Katharina Liensberger in Flachau ihr erstes Weltcup-Podest. Die 21-Jährige bestätigte mit Platz drei auch jene, die der Vorarlbergerin nicht nur großes Talent, sondern auch eine erfolgreiche Zukunft bescheinigen. Auf jeden Fall ist Liensberger derzeit die klare Nummer eins in Österreichs Damen-Slalomteam.

Und das unabhängig davon, dass Katharina Gallhuber verletzt fehlt und Bernadette Schild ihre „Schweinelähmung“ auch in Flachau nicht loswurde. Bei der multisportiven Olympia-Zweiten im Teambewerb geht es weiterhin fast nur nach vorne. Möglichst bald möchte Liensberger deshalb auch in das aktuelle Slalom-Duell zwischen Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova eingreifen.

Die 1,64 Meter große Liensberger ist zwei Jahre jünger, den beiden derzeit besten Slalomfahrerinnen aber auf den Fersen. Ohne ihren gravierenden Fehler im zweiten Durchgang wäre die Göfiserin schon in Flachau deutlich näher dran gewesen.

„Kathi verfolgt ihre Ziel sehr konsequent“

Man traut der leidenschaftlichen Harfe-Spielerin und ehrgeizigen Stams-Maturantin („Ich tu mir beim Lernen sehr leicht“) also viel zu. „Sie ist eine sehr akribische Arbeiterin“, weiß auch Slalomchef Johannes Zöchling. „Kathi ist zielstrebig, ehrgeizig und verfolgt ihre Ziele sehr konsequent.“ Liensberger trainiert in der Kombi-Gruppe von Stefan Schwab hauptsächlich mit dem neuen Allgäuer Slalomcoach Robert Füss, der seit diesem Winter im ÖSV-Team ist. Seit dem Semmering hat die Rossignol-Fahrerin zudem einen neuen Servicemann.

Liensberger stellte ihre Konsequenz auch beim Bekämpfen der Darmgrippe in Flachau unter Beweis. „Letztlich sind es nur die zwei Minuten im Rennen, die zählen“, betonte sie. Sie wisse, dass man sie mittlerweile im Fokus habe. „Das wichtigste ist deshalb, dass ich mir selbst keinen Druck mache, sondern versuche, mich weiterhin stets zu verbessern und nach vorne zu kommen“, will sie ihrer Linie treu bleiben. „Es ist schön zu sehen, wenn die Ergebnisse in die richtige Richtung gehen.“

Gleich vier Katharinas im ÖSV-Team

Liensberger ist als letzte der aktuell gleich vier Katharinas im ÖSV-Damenteam im Weltcup aufgetaucht. „Nummerierungen gibt‘s aber keine, und mir ist es egal, ob man mich Kathi oder Katharina ruft“, berichtete sie lachend.

Was zähle, sei das Skifahren. „Und da zeige ich momentan meine schnellen Schwünge nur abschnittsweise. Das muss konstanter kommen“, verwies sie auf offenes Potenzial. Sie spricht im Weltcup in - gemäßigtem - Vorarlberger Dialekt. „Ich bin stolz darauf, wo ich herkomme.“

Am liebsten wäre die angehende Zollbeamtin gleich am Tag nach Flachau wieder Rennen gefahren. „Die Rennserie im Jänner ist die schönste Zeit im ganzen Jahr. Es macht Spaß, wenn es gleich wieder weitergeht“, sagte sie. „Ich freue mich auf Kronplatz, ich freue mich auf alles noch Kommende in diesem Jahr. Ich hoffe, der Adrenalinschub von Flachau hält noch möglichst lange an.“