Letztes Update am Mo, 28.01.2019 09:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski-WM 2019

Nur noch wenige ÖSV-Flugtickets für Schweden übrig

In einer Woche beginnt die alpine Ski-WM im schwedischen Aare. Österreichs Kader stellt sich nach den vielen Verletzungen fast von alleine auf.

Premierensiegerin Stephanie Venier kann ihre Koffer für Schweden bereits packen.

© gepaPremierensiegerin Stephanie Venier kann ihre Koffer für Schweden bereits packen.



Von Sabine Hochschwarzer und Roman Stelzl

Innsbruck – Im Ski-Weltcup jagt derzeit ein Highlight das nächste – nach den Hahnenkammrennen der Herren in Kitzbühel und den Kandahar-Bewerben der Damen in Garmisch steht der Bewerb von international größter Bedeutung noch an: Die WM im schwedischen Aare (4. bis 17.2.) knüpft wortwörtlich nahtlos an das Weltcup-Geschehen an, steht das erste Abfahrts-Training der Damen bereits am Tag (!) nach den Rennen in Marburg (SLO) und Garmisch (Herren) an.

Zeit zum Verschnaufen gibt es wenig – auch nicht für Österreichs Trainer, die die letzten WM-Tickets vergeben.

Abfahrt: Bis Kitzbühel waren die Herren-Plätze de facto bereits vergeben. Doch nach dem Aus von Max Franz (Fersenbeinbruch) ist der vierte Platz hinter Vincent Kriechmayr, Hannes Reichelt und Matthias Mayer wieder frei. Heißester Anwärter: der Kitzbühel-Dritte Otmar Striedinger. „Aber wir haben noch eine Abfahrt, über ungelegte Eier rede ich nicht“, sagt Herren-Chef Andreas Puelacher.

Fünf Siege in sechs Rennen von drei verschiedenen Damen – die ÖSV-Abfahrerinnen sind derzeit eine Klasse für sich. Bitter: Im gestrigen Rennen verletzte sich Cornelia Hütter und fällt nun für die WM aus. Der vierte Platz ist daher jetzt noch offen.

Super-G: Der gestrige Kitzbühel-Super-G zeigt, dass das Bild bei den Herren jenem der Abfahrt gleicht. Kriechmayr, Mayer und Reichelt sind Fixkandidaten, dahinter rittert eine Phalanx um Striedinger, Daniel Danklmaier oder Christian Walder um den vakanten vierten Platz.

Auch bei den Damen sind Siebenhofer, Schmidhofer, Venier und Tippler gesetzt. Der fünfte Platz (dank Titelverteidigerin Schmidhofer) könnte an die Söllerin Ager gehen.

Riesentorlauf: Österreichs Vorteil bei den Herren: fünf Startplätze dank Titelverteidiger Marcel Hirscher. Der Nachteil: Wie 2017 ist es schwierig, das Kontingent aufzufüllen. Neben Hirscher sind der Fieberbrunner Manuel Feller und Schwarz gesetzt. Daneben hält Puelacher große Stücke auf Stefan Brennsteiner: „Er hat sich sehr gut entwickelt. Und das so wenige Monate nach der Knieverletzung.“ Roland Leitinger, Vize-Weltmeister 2017, steht vor der Nichtnominierung.

Nach den Verletzungen der besten Riesentorläuferinnen Stephanie Brunner und Anna Veith sind die Chancen im Keller. „Wir haben sehr mit den Verletzungen zu kämpfen“, meint Damen-Chef Jürgen Kriechbaum. Haaser, Katharina Liensberger und Bernadete Schild sind fix – Eva-Maria Brem hat gute Chancen auf den vierten Startplatz.

Slalom: Das starke Mannschafts-Resultat am Ganslernhang von Kitzbühel untermauert das Luxusproblem der Österreicher. Mit Hirscher, Feller, Schwarz und dem Flirscher Michael Matt sind gleich vier (!) Goldkandidaten fix im Team. Dazu wird Christian Hirschbühl ungeachtet des morgigen Nachtslaloms von Schladming der fünfte sein.

Auch hier ist vor den Marburg-Rennen fast alles gegessen: Schild, Katharina Truppe und Liensberger sind dabei, beim vierten Ticket wird noch überlegt – entweder Chiara Mair oder Franziska Gritsch.

Kombination: Wer in dieser Disziplin um Gold fährt, hängt von der Aufteilung der Plätze ab. 24 WM-Tickets gibt es ohne Titelverteidiger, maximal 14 pro Geschlecht. Bei den Herren ist Wengen-Sieger Schwarz fix dabei, der Hochfilzener Romed Baumann (5. in Wengen) muss zittern.

Bei den Damen scheint ohne Weltcup-Rennen in dieser Saison bereits fix: Siebenhofer, Ager, Haaser und Venier bestreiten voraussichtlich die vorerst letzte WM-Kombination der Ski-Geschichte.

Kampf um die WM-Startplätze für Aare (4. bis 17.2.)

HERREN:

Abfahrt (4 Startplätze), gute Chancen (3): Vincent Kriechmayr, Hannes Reichelt, Matthias Mayer; offen (1): Otmar Striedinger, Daniel Danklmaier, Christian Walder, Romed Baumann.

Super-G (4), gute Chancen (3): Mayer, Reichelt, Kriechmayr; offen (1): Striedinger, Danklmaier, Walder.

Riesentorlauf (5/Titelverteidiger Marcel Hirscher), gute Chancen (3): Hirscher, Manuel Feller, Marco Schwarz; offen (2): Stefan Brennsteiner, Philipp Schörghofer, Johannes Strolz, Roland Leitinger.

Slalom (5/Titelverteidiger Hirscher), gute Chancen (5): Hirscher, Feller, Schwarz, Michael Matt, Christian Hirschbühl.

Alpine Kombination (4), gute Chancen (3): Schwarz, Baumann, Kriechmayr; offen (1): u.a. Mayer.

DAMEN:

Abfahrt (4), gute Chancen (3): Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer, Stephanie Venier; offen (1): Tamara Tippler, Christina Ager, Ricarda Haaser.

Super-G (5), gute Chancen (4): Schmidhofer, Siebenhofer, Tippler, Venier; offen (1): Ager, Ariane Rädler, Nina Ortlieb, Mirjam Puchner.

Riesentorlauf (4), gute Chancen (3): Haaser, Katharina Liensberger, Bernadette Schild; offen (1): Truppe, Eva-Maria Brem.

Slalom (4), gute Chancen (3): Schild, Liensberger, Truppe; offen (1): Chiara Mair, Franziska Gritsch.

Alpine Kombination (4), gute Chancen (4): Siebenhofer, Ager, Haaser, Venier.