Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.02.2019


Eisschnelllauf

Herzog pirscht sich an die flinke Japanerin heran

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog will der Japanerin Nao Kodaira auf ihrer Lieblingsbahn in Inzell (GER) den WM-Titel wegschnappen.

Die 23-jährige Innsbruckerin Vanessa Herzog feierte am Sonntag ihren sechsten Weltcupsieg und will bei der WM in Inzell gegen Saisondominatorin Nao Kodaira (37 Siege über 500 m in Serie) eine Medaille holen.

© nitschDie 23-jährige Innsbruckerin Vanessa Herzog feierte am Sonntag ihren sechsten Weltcupsieg und will bei der WM in Inzell gegen Saisondominatorin Nao Kodaira (37 Siege über 500 m in Serie) eine Medaille holen.



Inzell – Auf ihrer Lieblingsbahn in Inzell (GER) kämpft die Tiroler Eisschnellläuferin Vanessa Herzog ab Donnerstag bei ihrem erklärten Saison-Höhepunkt um Medaillen. Bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Inzell geht die Innsbruckerin ganz klar auf den Gewinn einer Medaille los. Die erste Chance über 500 m (Freitag, 16.15 Uhr/live ORF Sport Plus) ist wohl größer, in diesem Winter war nur Nao Kodaira besser. Die zweite Möglichkeit gibt es über 1000 m (Samstag, 15 Uhr/live ORF Sport Plus).

Herzog setzt Kodaira in dieser Saison auf deren Paradedistanz unter Dauerdruck. Die Japanerin ist auf dem 500er seit bald drei Jahren beziehungsweise 37 Rennen unbesiegt, kassierte ihre jüngste Niederlage auf dieser Distanz am 12. März 2016. Die Tirolerin kam ihrer Rivalin, die privat aber befreundet sind, zuletzt mehrmals sehr nahe. Mitte Dezember beim Weltcup in Heerenveen waren es mit österreichischem Rekord von 37,23 Sekunden nur 6/100, am vergangenen Wochenende bei der WM-Generalprobe in Hamar bei nicht ganz optimalem Lauf 12/100.

„Das Ziel der Saison war es, den Abstand auf Nao zu schließen. Zuletzt fehlten schon nur noch zwölf Hundertstel in Hamar“, berichtete Herzog, die sich auf die WM freut. „Ich liebe es, hier zu sein. Die Leute sind unglaublich sympathisch und die Landschaft ist wirklich traumhaft. Ich bin gerne in Inzell und es ist wunderschön, sich auch abseits der Eishalle zu bewegen“, erzählte Herzog, die am Sonntag in Abwesenheit von Kodaira ihren sechsten Weltcupsieg feierte.

Die Asiatin weiß, dass Herzog in deren regulärer Trainingshalle gefährlich wie sonst vielleicht nirgends ist. Die frischgebackene Sprinteuropameisterin von Klobenstein nahm ihr Selbstvertrauen in Hamar mit Rang eins und zwei mit, holt sich seit Montag ihren letzten WM-Schliff in der Max-Aicher-Arena. „Einmal pro Tag aufs Eis, Krafttraining, kurze Sachen, mehr Geschwindigkeiten trainieren. Schnell und spritzig werden“, umschrieb die 23-Jährige, worum es ihr in den letzten Tagen vor den Rennen gehe. „Ich habe noch nie eine WM-Medaille geholt, das ist auf jeden Fall ein Ziel von mir. Ich habe auf beiden Strecken Chancen.“ Die Wahl-Kärntnerin weiß aber, dass ihre beiden WM-Antritte enge Angelegenheiten werden. „Es muss das perfekte Rennen sein. Es wird sehr knapp.“ Der Druck pushe sie nur noch mehr. (APA, ben)