Letztes Update am Sa, 09.02.2019 08:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aare 2019

Siebenhofer will am Sonntag „mit Wut im Bauch“ zur Medaille

Mit dem „undankbaren“ vierten Platz bei der WM in Aare will sich Ramona Siebenhofer nicht zufrieden geben. Sie will am Sonntag nochmal angreifen.

Ramona Siebenhofer während der Abfahrt der Alpinen Kombination der Damen im Rahmen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare.

© APARamona Siebenhofer während der Abfahrt der Alpinen Kombination der Damen im Rahmen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare.



Aare – Eine mögliche WM-Medaille in der Kombination hat Ramona Siebenhofer am Freitag in Aare in der Abfahrt verspielt. „Im Slalom habe ich mir, glaub ich, nichts vorzuwerfen“, sagte die ÖSV-Athletin, für die letztlich nur „Blech“ blieb. Eine Medaille in der Abfahrt könnte sie aber wieder mit ihrer Paradedisziplin versöhnen. „Sonntag mit Wut im Bauch wird es dann hoffentlich funktionieren.“

Schon während der Liftfahrt habe sie eine böse Vorahnung gehabt. „Hoffentlich werden mir jetzt die zwei Zehntel, die ich von der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel liegen habe lassen in der Abfahrt, nicht zum Verhängnis“, habe sie da schon gesagt, erzählte Siebenhofer. Doch „genau so ist es dann gekommen“. Das Problem war laut ihrer Darstellung, dass „ich da eine engere Linie gewählt habe, die aufgrund des Neuschnees nicht gerutscht war“.

„Da ist was drinnen“

Die achtschnellste Zeit im Slalom hätte Siebenhofer beinahe ihre erste WM-Medaille verschafft. Aber eben nur beinahe, war sie am Ende doch vier Hundertstelsekunden langsamer als die Norwegerin Ragnhild Mowinckel. „Ich habe wirklich einen sehr, sehr guten Slalom gehabt“, sagte die Steirerin. „Ich fahre immer gern Slalom, und mir taugt es auch, und ich bin mit vollem Elan und Spaß dabei. Gerade wenn es so ist wie heute, tue ich mir auch leicht. Ich habe dann insgeheim für mich selber schon gewusst, da ist was drinnen.“

Früher habe sie mehr Slalom trainiert, trotzdem habe sie es offenbar nie verlernt. „Ich komme ja eigentlich vom Slalom. Wenn jetzt der Hang so wie da ein bisschen flacher ist, nicht so viel Neigung und keine schwierigen Sachen hineingesteckt, und das war es heute, dann weiß, ich dass ich da gut mithalten kann“, erklärte Siebenhofer.

„Wir haben in St. Moritz einmal eine abgesagte Weltcup-Kombi gehabt, da sind wir zuerst den Slalom gefahren, da habe ich auch die fünfte Zeit gehabt. Also es ist jetzt nicht von irgendwo her, nur muss halt im Slalom zu hundert Prozent alles passen, dass ich da gut fahren kann“, verdeutlichte sie. „Sobald es ein bisschen steiler ist, braucht man mehr Training, dann ist es auch für mich in der Kombi nichts.“

Vierter Platz ist der undankbarste

Am späteren Abend sei „die erste Emotion“ schon weg gewesen. „Ich meine, genießen habe ich die Siegerehrung auch nicht können, weil wenn du dann immer zu Mo schaust, die gerade die größte Gaudi hat, und du weißt, eigentlich hätte ich da auch stehen können“, sei das schon enttäuschend. „Vierte bin ich auch noch nie geworden in der Kombi, also es ist es auch eine Super-Platzierung. Aber es ist halt bei einer WM“, stellte Siebenhofer fest. „Der vierte Platz ist der undankbarste.“

Die Spezialabfahrt der Damen sollte am Sonntag (10.30 oder 12.30 Uhr/live ORF eins) über die Bühne gehen, wenngleich das noch mit Unsicherheit behaftet war. Noch nicht klar war für Siebenhofer auch der Plan für den Samstag. „Ich habe mich mit den Trainern jetzt noch nicht zusammengeredet für morgen, weil es ziemlich stressig war. Ich war, glaube ich, 20 Minuten im Zimmer“, berichtete die 27-Jährige. „Ich glaube, es ist ein Riesentorlauf-Training geplant. Vielleicht mache ich ein, zwei Fahrten. Und dann vollen Fokus auf den Sonntag.“

Unmittelbar nach der Siegerehrung wollte Siebenhofer runterkommen „und einmal durchschnaufen“. Für die Abfahrt habe sie ein gutes Gefühl. „Bis auf die letzten 200 Meter hat eigentlich alles super gepasst. Ich glaube, dass es dann auch am Sonntag passt. Abhaken und zurückschlagen“, laute die Devise. (APA)