Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


EBEL

Kampf um Play-off-Ticket: Für den HCI gib'st nichts mehr zu verschenken

Der Umweg im Kampf um ein Play-off-Ticket hält für die Innsbrucker Haie noch acht „Endspiele“ parat. Bereits heute (19.15 Uhr) zum Start der Qualifikationsrunde muss man bei den Dornbirner Bulldogs liefern.

Soll in voller Länge wieder über sich hinauswachsen - Haie-Keeper Luka Gracnar ist im Kampf ums Play-off eine absolute Schlüsselfigur.

© gepaSoll in voller Länge wieder über sich hinauswachsen - Haie-Keeper Luka Gracnar ist im Kampf ums Play-off eine absolute Schlüsselfigur.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Es bringt rein gar nichts mehr, dem Grunddurchgang in der Erste Bank Eishockeyliga nachzuweinen. Dass Platz zehn nur einen Bonuspunkt für die Quali-Runde einbrachte, war aber ein Indiz dafür, dass die Haie zu viele Geschenke verteilt haben und mit vielen Personaldiskussionen nie über einen längeren Zeitraum in die Erfolgsspur gekommen sind.

Nach der zweimaligen direkten Qualifikation fürs Play-off unter den Top sechs wartet in den kommenden Tagen und Wochen die volle Härte des Geschäfts, wenn man sich mit Linz, Dornbirn, Znojmo und Villach in der Quali-Runde um die letzten beiden Tickets fürs Viertelfinale matcht. „Es ist Spiel sieben in Dornbirn. Das müssen wir gewinnen. Und es ist Spiel sieben am Freitag gegen Znojmo. So müssen wir das Ganze betrachten“, ruft Headcoach Rob Pallin in Play-off-Mentalität ein Endspiel nach dem anderen aus. Nachsatz: „Wir sind am Start aber auch nur einen Sieg von Platz acht entfernt.“ Oder wie HCI-Topscorer Andrew Clark meint: „Alles ist möglich, aber es wird härter.“

Ein siegreiches Solo von Linz – die Oberösterreicher tragen den größten Druck auf den eigenen Schultern – wäre Pallin das Liebste. „Und wenn wir aus den acht Spielen sechs Siege holen, haben wir eine Chance“, gewährt er einen Einblick in seine Hochrechnung, die schon diese Woche aufgehen muss. Denn schon nach den Partien gegen Znojmo und Linz (Sonntag) könnte sich das Blatt in dieser Woche der Wahrheit in eine entscheidende Richtung gedreht haben.

In der Länderspielpause rief Pallin auch den Slogan „work over skill“ aus – dass die Arbeit über dem Talent stehe. Denn an den individuellen Fähigkeiten eines Clark, Yogan oder Lammers gibt es seit Jahren im Haifischbecken keine Zweifel. Voraussetzung sei jetzt aber, dass alle in ein und dieselbe Richtung marschieren. „Wir müssen sofort liefern“, weiß Kapitän Tyler Spurgeon, dass heute in Dornbirn das „Haie-Play-off“ beginnt.

Der wichtigste Baustein steht wie immer im Kasten. Und trotz vorzeitiger Heimreise aus dem slowenischen Team sei Goalie Luka Gracnar im Vollbesitz seiner Kräfte. Zudem wurde er in den vergangenen Tagen auch wieder von Pallin-Intimus und Torwart-Trainer Mitch O’Keefe geschleift. „Mit Mitch wird das Selbstvertrauen der ganzen Mannschaft größer, weil jeder weiß, dass man nur so gut ist wie der eigene Goalie“, hofft Pallin auf eine Kettenreaktion. Die hat es in dieser Saison rund um O’Keefe bei fünf Siegen in Serie schon gegeben. Hoffentlich heißt es wieder „Nomen est omen“.

In Sachen Linienwahl hat Pallin kleine Änderungen getätigt. Ondrej Sedivy wird heute neben den genialen Andrew-„Zwillingen“ Clark und Yogan starten, Tomas Netik reiht sich bei Mario Lamoureux und Alexandre Lavoie ein. Die Formation rund um die beiden Urgesteine John Lammers und Spurgeon sowie Teamspieler Daniel Wachter („Jedes Spiel ist ein gefühltes Finale“) steht. Alle Mann, mit Ausnahme des Langzeitverletzten Fabian Nußbaumer, sind an Bord. „Im Hockey geht’s nicht um Hoffnung. Es geht darum, rauszugehen und sein Spiel zu machen. Dann passieren gute Dinge“, bringt es Clark trocken auf den Punkt. Hoffentlich haben die Haie in dieser heißen Phase genug coole Cracks, die Eiswürfel spucken.