Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


EYOF

Beim Curling lebt die Monarchie wieder auf

Bei den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen (EYOF) in Sarajevo ist Rot-Weiß-Rot im Curling vertreten – durch vier junge Tiroler.

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© gepa



Aus Sarajevo: Alois Moser

Sarajevo – „Österreich-Ungarn – gegen wen?“ Der alte Kalauer kann einem durchaus in den Sinn kommen, betrachtet man das Curling-Programm beim EYOF in Sarajevo. Dabei sind die jugendlichen Sportler mit vollem Ernst bei der Sache – darunter auch vier junge Tiroler.

Eigentlich dient die Halle in Pale in der Nähe von Sarajevo dem Basketballsport. Doch für das EYOF ist das frisch renovierte Gebäude in eine Vorzeige-Curlinghalle verwandelt worden. „Sie haben einen Weltklasse-Eismeister“, sagt eine, die es wissen muss. Gail Munro ist aus Schottland angereist, um ihre Tochter, die mit dem britischen Team gerade gegen Tschechien spielt, zu unterstützen. „Wir Schotten haben Curling erfunden“, spricht Gail aus Erfahrung: Sie selber ist Eismeisterin in der eigenen Halle, hat lange selber erfolgreich gespielt, und ihre beste Freundin wurde 2002 Olympiasiegerin. Und nun unterstützt sie ihre Tochter mit den anderen mitgereisten Eltern lautstark von den Rängen: Bei tollen Punktgewinnen werden Sprechchöre angestimmt und der Union Jack geschwungen.

Punkte beim Curling – dafür braucht es verschiedene Qualitäten: Kraft, Ausdauer und räumliches Denken, immerhin gilt es, möglichst viele eigene Steine im Zielbereich („Haus“) zu platzieren und vor den gegnerischen Steinen zu schützen. „Teamwork ist das Wichtigste“, befinden Lisa Auer (16), Teresa Treichl (16), Johann Karg (16) und David Zott (15) unisono. Die vier aus dem Raum Kitzbühel sind durch einen gemeinsamen Lehrer zum Curling und zum Kitzbüheler Curling Club gekommen – jetzt erleben sie bei der EYOF ein großes gemeinsames Abenteuer: „Das ist schon sehr aufregend.“

Auf dem Eis ist davon nichts zu merken: Einer spielt den Stein, die anderen schrubben wie wild mit den Besen, um auf dem Eis einen Wasserfilm zu erzeugen und den Stein in die gewünschte Richtung zu lenken. Diesmal ist der Gegner für die vier jungen Tiroler zu stark: Österreich-Ungarn 3:9. „Wir haben alles gegeben“, kommentiert „Skipper“ David Zott. Und nicht zuletzt darum geht es bei den EYOF.

Holte überlegen Slalom-Gold: die Vorarlbergerin Magdalena Egger.
Holte überlegen Slalom-Gold: die Vorarlbergerin Magdalena Egger.
- gepa

EYOF 2019

Ski Alpin: Slalom: 1. Magdalena Egger (Vbg.); Weiters: Amanda Salzgeber (Vbg.), Karolina Auer (Innsbruck). Out: Tina Schädle (Grän-Haldensee).

Ski Nordisch: Langlauf: Damen (7,5 km): 1. Anja Weber (SUI); 8. Witta Walcher (ST). Herren (10 km): 1. Florian Perez (FRA); 11. Philip Wieser (NÖ).

Snowboard: Slopestyle: Lukas Frischhut (Ibk.) verpasste das Finale.




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