Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Wintersport

Die Nadel im Heuhaufen finden

Nach einer enttäuschenden Saison in der Erste Bank Eishockey Liga blickt HCI-Coach Rob Pallin wieder nach vorne.

Die Eiszeit ist für die Haie vorbei – die Planungen für die neue Saison laufen bei HCI-Coach Rob Pallin aber längst auf Hochtouren.

© Rudy De MoorDie Eiszeit ist für die Haie vorbei – die Planungen für die neue Saison laufen bei HCI-Coach Rob Pallin aber längst auf Hochtouren.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Dass HCI-Coach Rob Pallin gestern Vormittag eine Völser Konditorei mit dem Handy am Ohr betrat, stellt keine Überraschung dar. Denn nach der Saison ist vor der Saison. Deshalb steckt der US-Amerikaner, der nach dem EBEL-Aus des HC Innsbruck noch einen Monat in Tirol weilen wird, längst mitten in den Vorbereitungen auf die neue Spielzeit.

„Ich muss die Nadel im Heuhaufen finden“, weiß der 52-Jährige, dass aus Budgetgründen in der Spielerauswahl Kreativität gefragt sein wird. „Ich brauche Spieler, die nicht teuer sind, aber gut, schnell und jung. Das ist eine Herausforderung. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich jede Herausforderung annehme.“

Die Kandidaten für die elf Importplätze sind großteils gefunden, Namen werden allerdings (noch) keine genannt. Neben den bereits fixierten Mike Boivin, John Lammers, Ondrej Sedivy und Kapitän Tyler Spurgeon scheint auch der Verbleib von Sacha Guimond wahrscheinlich – bleiben sechs weitere Plätze. Ein neuer Torhüter („Der Goalie ist 80 Prozent deines Teams“) wird auch darunter sein. Außerdem werden auch einige österreichische Akteure in den Fokus der Haie rücken.

Neben dem Blick in die Zukunft gilt es aber auch die Vergangenheit aufzuarbeiten: „Natürlich arbeitet die Saison in mir. Ich will nicht noch einmal Neunter werden“, redet Pallin gar nicht lange um den heißen Brei herum. „Es war keine schreckliche Saison, wir haben 59 Punkte im Grunddurchgang gemacht. Aber wir haben zu wenig oft einen Weg gefunden, enge Spiele zu gewinnen.“ Mit 13 Niederlagen mit einem Tor Abstand nehmen die Haie die Spitzenposition in dieser Statistik ein.

„Die Beerdigung ist vorbei, jetzt es ist es Zeit, in die Zukunft zu blicken“, schließt der Mann aus Las Vegas. Dass in der vergangenen Saison in Sachen Kommunikation zwischen dem Coach und dem scheidenden Vorstand Norbert Ried vieles schiefgelaufen war, ist kein Geheimnis.

In der kommenden Saison übernimmt ja wieder Günther Hanschitz die Geschicke des Vereins. „Ich habe allergrößten Respekt vor Günther“, betont der Coach. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen. Denn Animositäten zwischen handelnden Personen sind bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen sicher nicht hilfreich.