Letztes Update am Mi, 13.03.2019 16:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Sensations-Sieg durch Puchner, Schmidhofer erobert Kristallkugel

Nicole Schmidhofer gewann am Dienstag die kleine Kristallkugel im Abfahrts-Weltcup. Erstmals seit Renate Götschl 2007 durfte eine Österreicherin über den Sieg in der Disziplinenwertung jubeln. Der Tagessieg ging überraschend am Mirjam Puchner.

Nicole Schmidhofer strahlte mit der Abfahrts-Kristallkugel um die Wette.

© gepaNicole Schmidhofer strahlte mit der Abfahrts-Kristallkugel um die Wette.



Soldeu - Nach 17 Jahren wandert die kleine Abfahrts-Kristallkugel bei den Damen wieder ins ÖSV-Lager. Nicole Schmidhofer genügte am Dienstag beim Weltcupfinale in Soldeu ein elfter Platz, um den größten Erfolg ihrer Weltcup-Karriere perfekt zu machen. Das war zuletzt Renate Götschl 2007 gelungen.

Der Tagessieg in Andorra ging überraschend an Mirjam Puchner. Im Hundertstelkrimi, der auch von Windböen und wechselnden Sichtbedingungen beeinflusst wurde, verwies die Salzburgerin Viktoria Rebensburg (GER/+ 0,03 Sekunden) und Corinne Suter (SUI/+ 0,08 Sekunden) auf die weiteren Podestplätzen und feierte ihren zweiten Weltcupsieg. Zuletzt war die 26-Jährige am 16. März 2016 auf dem obersten Stockerl gestanden.

Mirjam Puchner blickte im Ziel ungläubig auf die Anzeigetafel.
Mirjam Puchner blickte im Ziel ungläubig auf die Anzeigetafel.
- APA

"So windig und so unterschiedliche Sicht - da bin ich froh, dass ich nicht auf dieses Rennen angewiesen war", schnaufte Schmidhofer im Ziel durch. Die Super-G-Weltmeisterin von 2017, die am Freitag ihren 30. Geburtstag feiert, konnte den Erfolg noch nicht recht verarbeiten: "Es geistert einem schon lange im Kopf herum. Jetzt bekomme ich endlich die Kugel - das wird ein bisschen dauern, das zu realisieren." Mit ihrem Idol Götschl in einem Satz genannt zu werden, sei eine Riesenehre.

ÖSV-Dreifachsieg in der Abfahrtswertung

Schmidhofer profitierte auch von einer völlig verpatzten Fahrt ihrer letzten verbliebenen Konkurrentin Ramona Siebenhofer, die als 19. leer ausging. In der Abfahrtswertung wurde die Steirerin noch von Stephanie Venier überholt. Die Tirolerin belegte Rang acht und machte den rot-weiß-roten Dreifachsieg perfekt. "Ich war heute so nervös am Start, da hätte es mich fast überschlagen. Der zweite Platz ist superlässig", zeigte sich die Oberperferin Venier zufrieden.

Puchner entpuppte sich erneut als Spezialistin für Weltcup-Finali. Bereits in St. Moritz 2016 war sie in der letzten Abfahrt der Saison auf Platz eins gestanden. "Das war jetzt sehr überraschend, damals war ich ja auch im Training die Schnellste", sagte Puchner, die nach einer schweren Verletzung bei der WM 2017 lange um die Rückkehr in die Weltspitze kämpfen musste. "Zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob ich überhaupt weitermachen soll. Ich bin jetzt ziemlich erleichtert."

Überschattet wurde das Rennen vom schweren Sturz von Cornelia Hütter. Die ÖSV-Speed-Spezialistin, eben erst von einer Verletzung genesen, konnte nicht selbstständig ins Ziel abfahren und musste mit dem Akja abtransportiert werden. Es besteht der Verdacht auf eine Knieverletzung. (TT.com)

Das weitere Programm für die Ski-Damen beim Weltcupfinale: Super-G (Donnerstag, 10.30 Uhr), Teambewerb (Freitag, 12.00 Uhr), Slalom (Samstag, 10.30 Uhr), Riesentorlauf (Sonntag, 9.30 Uhr).