Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.05.2019


Eishockey

Ein Elchtest als letzter Gradmesser für das ÖEHV-Team

Mit dem Testspiel-Highlight gegen Rekordweltmeister Kanada beschließt das österreichische Eishockeyteam heute (19.15 Uhr/live ORF Sport+) in Wien eine sehr intensive WM-Vorbereitung.

Ihn müssen die Österreicher an die Leine legen - Kanadas Superstar und Toronto-Angreifer John Tavares (r.).

© ImagoIhn müssen die Österreicher an die Leine legen - Kanadas Superstar und Toronto-Angreifer John Tavares (r.).



Wien – Wer rastet, der roste­t – die 1:3-Niederlage gegen Däne­mark vom Sonntag ist schon wieder Geschicht­e, wenn die ÖEHV-Auswahl heut­e mit den kanadischen NHL-Stars die Klingen kreuzt.

„Jetzt haben wir noch ein­e Partie, die an Tempo und Intensität noch einmal viel höher sein wird. Das wird für die Zuschauer definitiv noch einmal ein interessantes letztes Heimspiel von uns“, diktierte Teamchef Roger Bader nach der Niederlage gegen die Skandinavier. Der Titel­aspirant werde der rot-weiß-roten Auswahl zeigen, wo der Hammer hängt: „So ein Spiel hilft uns, unser Niveau noch einmal zu steigern. Wir werden gezwungen sein mitzulaufen, schnellere Entscheidungen zu treffen, schneller zu antizipieren und schneller zu reagieren. Diese Erfahrung wird uns dann ein paar Tage später beim WM-Start helfen.“

Am Samstag (16.15 Uhr) geht der WM-Tanz und Kampf um den Klassenerhalt gegen Lettland los. Heute dürfen sich die Zuschauer in Wien auf einen Hochkaräter wie John Tavares freuen, der den NHL-Grunddurchgang im Dress der Toronto Maple Leafs als drittbester Torschütze abgeschlossen hat. Der Stürmer streift dort mit einem Sieben­jahresvertrag über 77 Millionen Dollar ein. Die Ahornblätter, die im Tor auch einen zweifachen Stanley-Cupsieger namens Matt Murray (Pittsburgh Penguin­s) mit sich führen, eröffnen Österreich wieder eine komplett andere Perspektive.

- APA

Auf Seiten der Hausherren kann aktuell nur Michae­l Raffl (Philadelphia Flyers) auf NHL-Referenzen verweisen. Der 30-jährige Kärntner hat in 412 Partien 132 Scorer­punkte in der besten Eis­hockeyliga der Welt verbucht. Viele ander­e junge Cracks im rot-weiß-roten Gewand wollen sich gegen die hochklassige Konkurrenz inde­s weiter nach oben dienen.

Während der Kader mit drei gestrichenen Spielern (siehe unten) schon auf 26 Mann reduziert wurde, muss noch ein weiterer Akteur vor der Abreise in die Slowakei aus dem Aufgebot (erlaubt sind 25) weichen. Neben dem Osttiroler Clemens Unterweger, der heuer mit dem KAC Meister wurde, fiebert Innsbrucks Ex-Hai Philipp Lindner (gegen Dänemark nicht im Einsatz) seiner möglichen ersten A-WM-Teilnahme entgegen.

In den vergangenen Monaten wurde seitens des Österreichischen Eishockeyverbandes in vielen Testturnieren und sechs Trainingscamps in Wien (3), Linz, Innsbruck und Deutschland (je 1) viel investiert, damit Bader sich ein Bild machen und sein teils noch international relativ unerfahrenes Team an das Topniveau heranbringen kann. Das Ziel, nicht mehr länger Fahrstuhl-Mannschaft (siehe Grafik links) zu sein, gibt’s ja schon seit längerer Zeit.

Die Torhüter müssen sich auf viel Arbeit einstellen – ein Grund, warum Bader heute statt Bernhard Starkbaum mit David Kickert starten dürfte und am ersten WM-Wochenende gegen die Letten und Russland (12.5.) wohl auf Arbeitsteilung setzt. (lex, APA)