Letztes Update am Do, 08.08.2019 08:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Startschuss für die neue Saison: HCI will aus Fehlern des Vorjahrs lernen

Geläutert geht der HC Innsbruck in das neue Spieljahr der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Aus den Fehlern der Vorsaison will man gelernt haben, das Play-off bleibt angesichts der kleineren Budgets das Ziel.

Die Neuerwerbungen des HCI auf einen Blick (v. l.): Tyler Cuma, Jan Lattner, Jesper Thörnberg, Felix Brunner, C.J. Motte (Tormann), Joel Broda, Miha Zajc, Thomas Vallant.

© Michael KristenDie Neuerwerbungen des HCI auf einen Blick (v. l.): Tyler Cuma, Jan Lattner, Jesper Thörnberg, Felix Brunner, C.J. Motte (Tormann), Joel Broda, Miha Zajc, Thomas Vallant.



Von Florian Madl

Innsbruck – Ein Hauch von Urlaubsstimmung erfüllte bei der gestrigen Präsentation der neuen Haie-Spieler das Autohaus. Entspannte Gesichtszüge bei den Spielern, Coach Rob Pallin erfüllt von Familienausflügen zum Huntington und Crystal Cove Beach. Der 52-Jährige surft gerne, die Weite des Ozeans ist Seines. Und nun geht es zurück ins Haifischbecken, überschaubar in seiner Größe, aber im Liga-Alltag genauso undurchschaubar. „Es war nach acht Monaten Hockey wichtig, Abstand zu bekommen“, umriss er seine Auszeit. Der Mann aus Las Vegas ist alles, nur kein Spielertyp, mit Akribie war Pallin die Legionärs-Akquise angegangen.

Am Beginn seines vierten HCI-Jahres kann er von seinem Team behaupten, es sei das beste seiner Amtszeit. Und damit spielt der Coach vor allem auf die Position des Torhüters an: „Der macht im Eishockey 75 bis 80 Prozent der Mannschaft aus.“ In der Vorsaison rochierte Pallin, sein Wunschkandidat Janne Juvonen wanderte nach nur zehn Spielen nach Schweden aus. Die Kontinuität fehlte, die Fangquote auch. Und nun soll Connor James Motte, kurz C.J., diese Scharte auswetzen. Der 27-Jährige aus dem Stall der Minnesota Wild, Bruder von Tyler Motte (Stürmer bei den Vancouver Canucks), war schon im Vorjahr auf der Liste, heuer klappte es.

Die Pallins am Strand: Mama Dora, Lina, Emily und Papa Rob.
Die Pallins am Strand: Mama Dora, Lina, Emily und Papa Rob.
- Pallin

„Wir müssen aus den Fehlern der vergangenen Saison lernen“, fordert der Coach, der nach zwei Play-off-Teilnahmen in den Vorsaisonen auch heuer wieder dabei sein will. Die Spieler hätten Charakter, einige von ihnen Führungsqualitäten, alle seien hungrig und vor allem teamfähig: „Ich lebe privat für meine Frau und meine zwei Kinder, im Hockey lebst du für deine beiden Nebenspieler, für dein Team.“ Und eine kleine Kritik an der Vorjahrs-Auswahl konnte er sich nicht verkneifen: „Die Spieler damals spielten von der roten Linie bevorzugt nach vorne, aber nicht nach hinten.“

Hinten – ein Schlagwort. Denn wenn es ums Budget geht, stünde der Verein im Liga-Vergleich am unteren Ende. Obmann Günther Hanschitz stellte nüchtern fest: „Wir haben 2,8 Millionen Euro brutto für den Gesamtverein zur Verfügung, zuletzt waren es knapp drei Millionen.“ Von den Top-Klubs geistern Budgets zwischen sechs und sieben Millionen Euro durch die Medien, weshalb sich das neu gestaffelte Punktesystem und die Legionärsbeschränkung (11 Imports) nur bedingt auswirken. David gegen Goliath – eine reizvolle Konstellation.