Letztes Update am Do, 12.09.2019 09:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Viele graue Mäuse gibt es neben den Haien in der EBEL nicht

Die Erste Bank Eishockey-Liga stellt in dieser Saison ein Elferfeld. Die zehn Teams neben dem HC Innsbruck besitzen viel Qualität. Ein Überblick:

Mario Huber und die Bullen bauen auf heimische Talente aus der Salzburger Akademie.

© gepaMario Huber und die Bullen bauen auf heimische Talente aus der Salzburger Akademie.



Von Alex Gruber

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KAC: Den Rekordmeister und Titelverteidiger um Coach Petri Matrikainen muss man wieder ganz oben auf der Rechnung haben. Zumal mit Lars Haugen weiter der große Hexer im Kasten steht und fast alle Stars wie Abwehrturm David Fischer an Bord geblieben sind. Im Sturm herrscht um die beiden „neuen ÖEHV-Teamspieler Manuel Ganahl und Lukas Haudum große Konkurrenz. Tirol-Faktor: Clemens Unterweger und Marcel Witting.

Vienna Capitals: Der Vizemeister und zweimalige Play-off-Sargnagel der Haie im Viertelfinale 2017 und 2018 hat mit Goalie J. P. Lamoureux seinen großen Rückhalt an Salzburg verloren. Das Torhütergespann bilden Bernhard Starkbaum und Ryan Zapolski (USA). Coach Dave Cameron kann vorne weiter auf verlässliche Scorer wie Riley Holzapfel (USA) oder Sondre Olden (NOR) zählen, von Graz kam Try Loney. Tirol-Faktor: Dario Winkler.

Graz 99ers: Weil sich mit Sebastian Collberg (SWE) und Colton Yellow Horn zwei Stürmer der Grazer in der vergangenen Champions-Hockey-League-Partie gegen Frölunda verletzten und offenbar länger ausfallen, wurde in (steirischen) Medien mit einer Rückkehr des derzeit vereinslosen NHL-Stars Thomas Vanek spekuliert. In Wahrheit heißen die Neuen beim Grunddurchgangssieger der Vorsaison David Aslin (SWE) und Greg Squires (USA). Tirol-Faktor: Philipp Lindner.

Red Bulls Salzburg: Der gebürtige Haller Samuel Witting durfte sich beim 6:2-Testspielerfolg über Bad Tölz zuletzt über seinen Premierensieg im Profi-Dress freuen. Die Bullen wollen wie beim Fußball mehr auf Talente aus der eigenen Akademie setzen und haben einen neuen Trainer mit Red-Bull-Gen (Matt McIlvane/USA). Statt der erlaubten elf Legionäre führt Salzburgs Kader nur sieben (2018/19 waren es noch neun). Tirol-Faktor: Mario Huber, Daniel Jakubitzka, Nico Feldner, Samuel Witting.

Black Wings Linz: Nach dem Abgang von Michael Ouzas (Fehervar) ist David Kickert die Nummer eins. „Hart arbeiten, schnell spielen und kompakt sein“, nennt Tirols Langzeit-Manager Christian Perthaler Parameter nach einer schweren letzten Saison. Znojmos Topscorer Marek Kalus (58 Punkte) kam, die Erwartungshaltung in der Stahlstadt liegt rund um Brian Lebler, Rick Schofield und Co. trotz des Viertelfinal-Aus in der Vorsaison stets in den Top five. Tirol-Faktor: Manager Christian Perthaler.

HCB Südtirol: Einige glauben, dass die Legionärsreduktion in der Liga (von 13 auf elf) den Füchsen mit ihren Doppelstaatsbürgern einmal mehr zugutekommen könnte. Rund um die Urgesteine Marco Insam und Anton Bernard wird wie so oft erst die Saison zeigen, wo die Südtiroler als zweifacher EBEL-Meister (2014 und 2018) einzuordnen sind. Geht’s gut, wird der Bär in der berüchtigten Bozner Eiswelle wieder steppen. Dann zahlt sich eine Fahrt über den Brenner (fast) immer aus.

Marcel Witting (r.) geht mit dem KAC auf die Titelverteidigung los.
Marcel Witting (r.) geht mit dem KAC auf die Titelverteidigung los.
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HC Znojmo: Nicht nur die Innsbrucker Haie (Jan Lattner, zuvor Ondrej Seivy, Lubomir Stach oder Patrik Nechvatal) bedienten sich wieder einmal bei den eisläuferisch gewohnt starken Tschechen. Nach dem kurz angedrohten Liga-Ausstieg durfte Coach Miroslav Frycer in Sachen Neuzugänge schalten und walten. Die Tschechen wirken physisch stark und auch in der Breite gut aufgestellt. Goalie Teemu Lassila (FIN) ist für LaOla1-Experte Bernd Freimüller allerdings ein Fragezeichen.

Fehervar AV 19: Das ungarische „Nationalteam“ stellt mit dem Finnen Hannu Jarvenpää den am Stück insgesamt längstdienenden Coach in der Liga. Neben Altspatz Andrew Sarauer darf sich auch Ex-Hai Andrew Yogan (123 Punkte und 64 Tore in zwei Saisonen bei den Innsbruckern) mit seiner Schnelligkeit beweisen. Der Mann aus Florida soll in Ungarn besser verdienen. Fehervar geht in die 13. EBEL-Saison und will die Viertelfinal-Teilnahme der Vorsaison bestätigen.

Dornbirn Bulldogs: Sieben Jahre lang tanzten die Vorarlberger in der EBEL nach der Pfeife von Dave MacQueen, unter dem Finnen Jussi Tupamäki ist so gut wie alles neu. Mit Jordan Subban, jüngerer Bruder von NHL-Crack P. K. Subban (New Jersey Devils), wechselte der künftige Schwager von Ex-Skirennläuferin Lindsey Vonn zu den Bulldogs. Ganz wichtig bleibt die Form und Fitness von Goalie Juha Rinne, ein „Pflock“ im Angriff soll der Norweger Mathias Bau-Hansen sein.

Villacher SV: Nach dem vorletzten Rang in der Vorsaison blieb mit Ausnahme alter Liga-Bekannter (Fraser, Pollastrone) fast kein Stein auf dem anderen. Der Finne Jyrki Aho – 2012 in seiner Heimat zum Trainer des Jahres gekürt – soll den Adlern wieder Flügel verleihen, Ex-Coach Gerhard Unterluggauer wechselte in die sportliche Leitung. Und im „Hintergrund“ kurbelte VSV-Legende Gerald Rauchenwald auch auf Sponsorebene. Der VSV will wieder ins Play-off.