Letztes Update am Do, 28.11.2019 16:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TT-Interview

ÖSV-Skisprung-Chefcoach Felder „Höchste Zeit, dass einer nachkommt“

Nach dem Team-Auftaktsieg in Wisla (POL) will ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder den Schwung zur zweiten Weltcup-Station in Ruka (FIN) mitnehmen.

ÖSV-Skisprung-Cheftrainer Andreas Felder.

© gepaÖSV-Skisprung-Cheftrainer Andreas Felder.



Warum konnten die ÖSV-Springer in Wisla nach dem Teamerfolg im Einzel nicht nachlegen?

Andreas Felder: Der Einzelbewerb war ein Springen auf Messers Schneide. Speziell Stefan Kraft hatte Pech mit den Windverhältnissen. Auch viele andere Athleten, wie der Deutsche Markus Eisenbichler, sind abgestürzt. Gut gefallen haben mir Jan Hörl, Daniel Huber und der Tiroler Philipp Aschenwald.

Der Stubaier Gregor Schlierenzauer und Michael Hayböck hatten keinen guten Start.

Felder: Michi hatte in der Qualifikation Pech, dass er den Flug verhaut hat. Er ist noch nicht stabil. Gregor hatte Probleme, sich auf die Verhältnisse einzustellen. Wir fliegen nach Ruka gleich weiter nach Nischni Tagil, er wird in Tirol mit seinem Berater Werner Schuster trainieren.

Die Überraschung war der 21-jährige Jan Hörl. Was zeichnet ihn aus?

Felder: Jan ist ein junger, aufstrebender Athlet. Er ist im Kopf frei und hat nichts zu verlieren, sondern kann nach vorne schauen. Es ist auch höchste Zeit, dass einer nachkommt, der von hinten anschiebt und die arrivierten Springer fordert. Seine Stärke ist die Sprungkraft und auch in der Luft entwickelt er sich immer mehr zum Flieger.

Die Norweger mit Sieger Daniel Andre Tande haben sich stark zurückgemeldet.

Felder: Das war keine Überraschung. Tande fliegt nach seiner Knieverletzung im Vorjahr wieder gut. Die Norweger sind auch bei schwierigen Windverhältnissen extrem stark.

Ruka ist sehr windanfällig. Droht die nächste Wind-Lotterie?

Felder: Wir denken nicht an den Wind, sondern wollen im Flow bleiben. Wichtig ist, auf der Schanze gleich den Rhythmus zu finden.

Das Interview führte Benjamin Kiechl