Letztes Update am Mi, 22.03.2017 12:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wedding Planner setzen mit Zertifizierung auf Qualität



Wien (APA) - Die heimischen Wedding Planner setzen mit einer Zertifizierung auf mehr Qualität und wollen weg vom Image der Hausfrauennebenbeschäftigung. „Wir sind nicht Jennifer Lopez. Es gehört mehr dazu, als Rosenblätter zu zupfen“, betonte die Branchensprecherin Angela Lindner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Berufsgruppe, die mit anderen Eventmanagern in der Wirtschaftskammer angesiedelt ist, scheint tatsächlich ein wenig Organisation nötig zu haben: So konnte Lindner die Zahl der Hochzeitsplaner nur schätzen - 120 bis 150 soll es hierzulande geben. Genaueres versucht man derzeit durch eine Erhebung herauszufinden.

Fix ist hingegen das Zertifizierungsmodell: Erforderlich ist eine entsprechende Eventmanagementausbildung oder ein Praktikum, drei Jahre Berufserfahrung, mindestens 15 erfolgreich organisierte Hochzeiten sowie eine Prüfung, um es zum Junior Wedding Planner zu schaffen. Nach 50 Trauungen und mindestens sieben Jahren im Job winkt die Aufstufung zum Senior Wedding Planner.

Was nicht im Zertifizierungsprogramm steht, das ist das Selbstbild als „Schutzengel“, wie es Gabi Socher aus Oberösterreich bezeichnete. In kritischen Situationen heißt es, Ruhe zu bewahren und für alle Eventualitäten eine Lösung zu finden. So als der Bräutigam beim Fotoshooting sein Sakko im Park vergessen hatte und sie kurzerhand jenes eines anderen Hochzeitsgastes ausborgte, um den rechtzeitigen Einzug in die Kirche zu sichern. Aber auch Torten mit falschen Aufschriften, Pfarrer, deren Redefluss nicht zu stoppen ist oder die ihr „Handwerkszeug“ vergessen haben, sind Sorgen, die das Paar getrost den alten Häsinnen, die meisten Planer sind weiblich, überlassen kann.

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Auch wenn es keine Zahlen gibt, wie viele der 44.475 im Jahr 2016 geschlossenen Ehen von einem Profi organisiert wurden, ortet man einen stetigen Aufwärtstrend. „Ein Wedding Planner macht Sinn, um Geld, Zeit und Nerven zu sparen“, versicherte Lindner. Wer denkt denn schon daran, dass man als Brautpaar auch für Schäden haftet, die bei einer wilderen Hochzeit in der Traumlocation entstehen können? Mit wenigen Euro für eine Haftpflichtversicherung ist man hier auf der sicheren Seite. Der Trend, per Drohne Aufnahmen von oben zu machen, ist nicht unproblematisch. Der Profi weiß, wie man die gesetzlichen Bestimmungen einhält.

Teil der Qualitätsoffensive ist auch ein Symposium, das am 24. April im Schlosshotel Orth veranstaltet wird. Die erfahrenen Planer wollen dabei ihren jüngeren Kollegen wertvolle Tipps geben. Unter anderem kann auch eine Absicherung durch die erstmals erstellten Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht schaden. „Denn wenn es Brösel gibt, kann es sehr unangenehm werden“, sagte Lindner. Immerhin sind im Durchschnitt Budgets von 10.000 bis 30.000 Euro zu verwalten - „und man hat nur eine einzige Chance“, betonte Socher.




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