Letztes Update am Di, 17.10.2017 13:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Prozess um Vergewaltigung einer 13-Jährigen unterbrochen

Dem vorsitzenden Richter und einer Beisitzerin wird Befangenheit vorgeworfen. Die 31 und 19 Jahre alten Angeklagten sollen ein 13-Jähriges Mädchen vergewaltigt haben.

Symbolfoto.

© Thomas BöhmSymbolfoto.



Schwerin – Ein junger Mann und sein Onkel sollen ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt haben, das sie über das Internet kennenlernten. Seit Montag stehen sie vor dem Landgericht Schwerin, der Vorwurf lautet auf gemeinschaftliche Vergewaltigung. Noch vor der Verlesung der Anklage wurde der Prozess am ersten Tag unterbrochen. Die Verteidiger der beiden Angeklagten aus dem Raum Lübeck lehnten den Vorsitzenden Richter und eine Beisitzerin am Dienstag wegen Befangenheit ab.

In einem Vorgespräch habe der Richter einen der beiden Angeklagten als „dicker Onkel“ bezeichnet, argumentierte die Verteidigung. Außerdem habe er angedeutet, dass für den jüngeren Angeklagten eine Jugendstrafe infrage käme, wenn dieser gegen den älteren aussage. Beides deute daraufhin, dass die Richter voreingenommen und damit befangen seien.

Im Internet kennengelernt

Den 31 und 19 Jahre alten Angeklagten wird laut Gericht vorgeworfen, das Mädchen im Mai zum Geschlechtsverkehr genötigt zu haben. Die Tat soll sich im Elternhaus des Mädchens bei Wismar ereignet haben. Das Kind hatte den 19-Jährigen zuvor im Internet kennengelernt. Im Chat soll sie behauptet haben, 15 Jahre alt zu sein, ihn eingeladen und versprochen haben, mit ihm intim zu werden. Daraufhin soll der Mann sie gebeten haben, eine Freundin einzuladen, da er einen Bekannten mitbringen wolle.

Noch bevor der 19-Jährige aus Lübeck mit seinem Onkel eintraf, soll das Mädchen signalisiert haben, dass keine Freundin kommen werde. Als die beiden vor der Tür standen, soll sie zudem erklärt haben, keinen Sex mehr zu wollen. Als die Mutter des Mädchens nach Hause kam, verschwanden die Angeklagten. Sie wurden wenig später in Lübeck festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht.

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Über den Befangenheitsantrag der Verteidiger soll nun eine andere Kammer des Gerichts entscheiden. Sollte sie ihm stattgeben, wird der Prozess von anderen Richtern begonnen. Anderenfalls wird er am 1. November fortgesetzt. (dpa)